Im Versmaß

Im VersmaßHalb zwölf, und meine erste Zeile
betritt noch schüchtern das Parkett.
Doch bleibt sie nur ‘ne kurze Weile
allein in diesem Versquartett.

Na, was hab ich gesagt, ihr Lieben?
Schon haben sich um sie geschart
die eilends ich ihr nachgeschrieben,
Geschwister gleicher Wesensart!

Und so geht es beharrlich weiter,
als bände Blüten man zum Kranz:
Die Zeilen, sie formiern sich heiter,
gemessen zum Gesellschaftstanz.

Menuett, Quadrille, Sarabande?
Ich weiß nicht, wie mein Versfuß hinkt;
doch dies auch nur mal so am Rande –
Hauptsache ist, er tut’s beschwingt!

Ist alles das dann hübsch im Gange,
bekommt man so viel Spaß daran,
dass locker man wer weiß wie lange
sich damit amüsieren kann.

Doch selbst wenn üppig wir belüden
mit Beifall sie als luft’gem Lohn,
sie müssten einmal doch ermüden
im Gleichschritt ihrer Perfektion.

Drum auf dem Höhepunkt der Dinge,
so wie der Volksmund es uns rät,
ich lieber sie zum Stillstand zwinge:
Stopp! Und die letzte Zeile steht.

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