Liebt man nicht an den Wochentagen
so ein, na, sagen wir Profil,
sei’s Glücksgefühl, sei’s Unbehagen,
in jedem Fall ‘nen eignen Stil.
So, wenn wir an den Montag denken,
in Grau wohl die Kontur verschwimmt –
den würden wir uns gerne schenken,
das heißt ‘nem andern, der ihn nimmt.
Dem Dienstag gelten schon geringe,
doch hoffnungsvolle Sympathien,
wer sagt: „Wenn bloß der Montag ginge!“,
dem ist hier schon Gehör geliehn.
Und Mittwoch! Halb schon überwunden
der Woche dornenreiche Bahn!
Die Ersten fühlen schon die Stunden
des goldnen Wochenendes nahn.
Den Freitag alle wir ersehnen;
er schickt uns in die Ruhezeit,
die Muße, uns zurückzulehnen
im Sessel der Zufriedenheit.
Am Samstag ist die Erdenschwere
total aus unsern Knochen raus.
Wir klappern mit der Heckenschere
und kümmern uns um Weib und Haus.
Der Sonntag schließlich, selbst bei Regen,
strahlt festlich wie’s Kalenderrot,
doch schmälert dadurch seinen Segen,
dass mit dem Montag er uns droht.
Nun habe ich doch glatt vergessen,
was eigentlich am nächsten lag,
weil heut ihn grad die Stunden messen,
den Wochenvierten, Donnerstag!
Er ist der Blasseste von allen,
ich wüsst nicht, wie ich ihn beschreib.
Drum soll dies Liedchen ihm erschallen –
als Tag für jeden Zeitvertreib.