Oft
geht’s mir wie den Fernsehsendern:
Ich wiederhol den alten Mist.
Nicht weil die Gucker sich verändern –
weil’s bill’ger und bequemer ist.
Warum sich aus den Fingern saugen
‘ne Story, die Erfolg verspricht,
wenn auch die alten dafür taugen,
dass der Rekord der Quoten bricht!
Na ja, von Letztrem bin ich ferne,
das ist nun mal der Lyrik Los;
besing ich heut indes die Sterne,
brauch ich geringen Aufwand bloß.
Wieso? Na, weil ich sie besungen
was weiß ich nicht wie häufig schon
und alles, was da mitgeklungen,
sich leicht vereint zu neuem Ton.
Und außerdem: Der Sternenhimmel,
er ist des Deutschen liebstes Kind.
Selbst Kant bewies ja diesen Fimmel –
und sich auch sonst als hochgesinnt.
Wenn aus den Weiten, die da dunkeln
in göttlich-graus’ger Majestät,
Millionen goldner Fischlein funkeln,
erwacht in jedem der Poet.
So kann denn auf Gehör ich hoffen,
wann immer ich die Netze spann
in diesem Ozean, der offen
seit je in unsre Herzen rann.
Genug! Der Fischzug soll beginnen.
Schon werf die Fantasie ich aus,
mir fangfrisch Strophen zu gewinnen –
und zieh es gleich auch wieder raus!
Das hieße wohl im Trüben fischen!
Kein Fünkchen seh ich weit und breit,
nur Grau mit Grau sich endlos mischen
zum nahtlos groben Wolkenkleid.
Und ohne meine Hauptakteure
klappt auch ‘ne Wiederholung nicht:
‘s ist ‘ne Konserve bei der Röhre,
doch Frischkost immer beim Gedicht!
Ich mag wohl manches zweimal sagen,
doch mit den gleichen Worten nie,
und brauch, um Verse auszutragen
mein „Lustobjekt“ stets vis-à-vis.
So bleibt denn heute unverrichtet,
o straf mich, Muse, nicht mit Zorn!,
was ich Gemütern hätt gedichtet
von echtem Schrot und Doppelkorn.
(Ob das im Erbe der Kulturen
wohl als Verlust zu Buche schlägt?
Das sei hier den AuGURUguren
als Mandala ans Herz gelegt.)
Doch wie es heißt, ist „aufgeschoben …“,
na ja, ihr wisst schon, was ich mein,
und wird das Wolkenschott da oben
nicht ewig so verrammelt sein.
Sobald auch nur ein Spalt zu sehen,
durch den ein Sternennäschen guckt,
lass alles liegen ich und stehen
und dichte, übers Blatt geduckt
In des Franziskus schöner Weise
der tausend Sonnen Nachtgesang,
dass so ich alle Sterne preise
wie einen er im Überschwang.
Ob sich denn in des Heil’gen Geiste
nicht auch ein andres Thema böt?
„O Schwester Wolke, weitgereiste …“ –
ach ne, das klingt mir doch zu blöd!
