Im letzten Blau der Himmelsweiten,
bevor der Abgrund es verschlingt,
seh ich die grelle Scheibe gleiten
des Mondes, der nach Süden sinkt.
Von diesem Anblick angezogen,
so licht in wolkenloser Nacht,
verfolg ich ihn, bis er den Bogen
verschwindend hintern Dächern macht.
Dann liegt, als hätten Welln verschlungen
den einsam heimwärts irr’nden Kahn,
gewaltig wieder, unbezwungen,
des Himmels düstrer Ozean.
Nicht mal der Schein der Feuerquallen,
aus Tiefen glühend geisterhaft,
will irgendwo ins Auge fallen –
als wärn die Sterne abgeschafft!
Ein einz’ges unheilvolles Schweigen
wie eine Glocke auf der Stadt –
und nur von dieser manchmal steigen
noch Laute auf, wie Seufzer matt.
Durchs Fenster seh ich unterdessen
ein Warnlicht, das bedeutsam blinkt
und so wahrhaftig weltvergessen
dem Irdischen ein Ständchen bringt.
Von hier aus kann ich beide schauen,
die große und die kleine Welt.
Dass allen beiden nicht zu trauen,
das ist’s, was sie zusammenhält.
Gigantisch die Gewalten droben,
unzähmbar, gierig, ohne Maß,
und auf dem Globus Menschmikroben,
ihn plündernd bis zum Mottenfraß.
Und das mit tausend guten Gründen
gesegnet fein und konfirmiert,
da unser HErr für Umweltsünden
noch keine Hölle konsekriert.
Vierspännig also ins Verderben.
Karosse: Gold, der Kutscher blind.
Sein Hü bedeutet „Schutt und Scherben“,
die Erde nackt im Sonnenwind.
Doch mal mit weniger Emphase:
Man soll das Unglück nicht beschrein.
Lang lebe unsre Erdoase
in dieses Kosmos Wüstenein!
Lang lebe auch die stille Stunde,
die abends ich den Musen weih –
mit einem Zaubertrank im Bunde,
dass Kraft und Anmut er verleih.
Gedanken, die sich frei entfalten
fast mühelos und unentwegt,
bis auf dies nöt’ge Innehalten,
wenn mir der Bauch die Trommel schlägt
Und zu den Happen ich enteile,
um zu willfahren dem Appell,
damit, für eine kurze Weile,
den Knurrenden ich ruhigstell
Um dann mit frischem Schwung zu starten
zu neuen Zeilen, neuem Lied,
dass man im schönen Musengarten
als Rose bald es blühen sieht.
Und droben leuchtet die Laterne
des Mondes ihrer Bahn voraus –
in schwarzer Nacht unendlich ferne
dem Seufzer jenes letzten Blaus.