Alles Makulatur

Alles MakulaturJetzt hab ich schon so viel geschrieben,
und kein Verleger ruft mich an.
Missachtet ist, verpönt geblieben,
was reich mir aus der Feder rann.

Wie emsig auch die blaue Mine
tagtäglich übers Blatt mir glitt,
die Töchter, ach, der Mnemosyne,
sie kriegten es wohl gar nicht mit.

Nun, schließlich bin ich ja kein Schreier,
der seine Ware ausposaunt,
kein Gift- und Gallespeier,
den für Grimassen man bestaunt.

Flanier auch nicht mit Künstlermähne
gewichtig übern Boulevard
(wobei ich ehrlich hier erwähne:
Das ging auch schon nicht mangels Haar.).

Bin Mitglied nicht in Versvereinen,
wo für Poeme man entbrannt,
die wunderbar und göttlich scheinen
der Pfarrerswitwen Kunstverstand.

Nein, wo mit Pauken und Trompeten
allein man sich Gehör verschafft,
zähl zu den Stilln ich, Obsoleten,
Gescheiterten verkannter Kraft.

Man müsste ‘nen Verleger kennen,
mit dem man mal ein Gläschen kippt!
Gut! Dazu gilt’s ihm einzurennen
die Bude mit ‘nem Manuskript!

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