An Freunden, die hier in der Nähe,
gehn wohl auch viele auf ein Lot;
so unverdrossen ich auch spähe,
kaum einer nur, auch ohne Not.
Die paar Gestalten, die ich kenne,
sind ja im Umkreis weit verstreut,
und wenn ich auf ‘ne Sause brenne,
wird sie per Handy eingebläut.
Doch wundersam des Zufalls Wege!
Da stapf ich heut am Strand entlang,
von Sonne trunken schon und träge
und von der Möwen Schlachtgesang
Und seh doch auf der Promenade,
genüsslich in ‘ne Bank gedrückt,
‘nen Urlaubsfreund beim Sonnenbade,
der seelisch offenbar entrückt!
Wie schön, ich hocke mich daneben,
und schon wird frisch drauflos geschwätzt.
Um uns die fleiß’gen Jogger schweben,
Seniorenpaare, ungehetzt.
Da kommt wie’n Teufel aus der Kiste
ein Schatten mir ins Kreuz geweht –
ein Freund aus dieser Urlaubsliste,
der nun leibhaftig vor mir steht!
Wie geht das an mit diesen beiden,
dass ich sie treff zur gleichen Zeit?
Den Fall kann wohl nur Gauß entscheiden:
Mysterium der Wahrscheinlichkeit!