Ein Frühlingsgefühl

Ein FrühlingsgefühlZwar sah ich keine Blumen sprießen,
und auch die Sonne blieb verdeckt,
anstatt mit Kübeln auszugießen,
was so an Power in ihr steckt.

Auch Knospen, die aus Zweigen drangen,
ach was, schon Blüten, schmal und fein,
sie müssen ebenso entgangen
dem frühjahrsmüden Auge sein.

Ich zottelte mit trägen Quanten
apathisch übers Trottoir
und glich wohl mehr ‘nem Elefanten
als Bruder Leichtfuß Adebar.

Ringsum begrenzten meine Schritte
Gebäude der diversen Art,
bei denen, wie es heute Sitte,
der Zweck sich mit Tristesse gepaart.

Da klang auch nirgendwo Geflöte,
das Vögel auf der Balz verriet,
und selbst die rüst’ge Wanderkröte
mein stämm’ges Bein zu kreuzen mied.

Ja, von den ungezählten Ohren
des Baumes in der Häuserschlucht
fiel noch, im Winter unverloren,
als Schmuck die raue Kugelfrucht.

Doch fühlt’ ich irgendwas im Gange,
das teilte sich mir plötzlich mit,
als warm mir eine Ätherschlange
so wohlig übern Nacken glitt.

War das ein Streicheln und Berühren –
wie heiße Küsse auf die Haut!
Nie konnt den Lenz ich schöner spüren:
als süßen Atem einer Braut.

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