Erzwungener Konsumstopp

Erzwungener KonsumstoppWie schwer ist es mir heut gefallen,
nicht aus der Bude rauszugehn,
um auf versierten Zehn und Ballen
‘ne Runde um den Block zu drehn.

Da hock ich in ‘ner stillen Ecke,
die Stunden dösen vor sich hin,
und schläfrig immer wieder recke
zum Fenster ich mein Doppelkinn.

Denn nur zu gerne wollt ich wissen,
ob sich das Wetter noch besann
und statt des Prädikats „Beschissen“
den ersten Schönheitspreis gewann.

Dann wär ich schnell noch mal gelaufen,
als wären Flügel mir verliehn,
um ohne vorher zu ersaufen
‘nen Laden mir an Land zu ziehn.

‘nen Supermarkt mit alln Genüssen,
die sich der Appetit ersann,
auf die indes bei Regengüssen
er locker auch verzichten kann.

Da konnt ich aber lange warten,
von Umschwung nicht die kleinste Spur.
Die Wolken fröhlich weiter karrten
ihr graues Elend auf die Flur.

Und schließlich gab ich mich geschlagen
und fand mich ab mit dem Arrest,
fast dankbar schon für das Behagen
in meinem warmen, trocknen Nest.

Besorgt nur um mein Wohl und Wehe
und dass mir nicht der Magen groll,
ich noch mal in den Kühlschrank spähe:
Der ist noch für ‘ne Sintflut voll!

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