Fast automatisch

Fast automatischBeim Dichten geht’s wie sonst im Leben:
Hat man den Anfang erst gemacht,
wird sich der Rest von selbst ergeben –
wie ‘n Domino in Fahrt gebracht.

Gedanke folgt dann auf Gedanke,
grad so, wie da die Steinchen falln,
dass ohne Halt und ohne Schranke
die Zeilen zum Gedicht sich balln.

Sie tropfen nur so aus der Feder
und überschwemmen das Papier,
dass eh’r fast weniger vom Leder
man zög als Musenkavalier!

Wie soll man da in Schweiß geraten?
Es läuft ja alles mühelos,
um bald in Worten schon zu waten,
die so hervorgesprudelt bloß.

Obwohl doch Leute auch verweilen,
um zu verbessern ihren Stil,
und endlos an den Versen feilen,
bis glatt und glitschig ihr Profil.

Mehr möcht ich dazu gar nicht sagen,
ihr ahnt schon, wo hinaus das will:
Die Sprüche kommen aus dem Magen,
das Hirn verhält sich dabei still.

Ihr seht ja selbst, wie ich geschrieben:
Grad Strophe eins, Präludium,
und schon Finale, Nummer sieben –
da bin ich selbst vor Staunen stumm.

Schreibe einen Kommentar