In aller Bescheidenheit

In aller bescheidenheitDas Leben, wär es selbsterkoren,
ich wüsste nun, was ich gewählt:
Als Rentner wär ich gern geboren,
der sich nicht erst mit Arbeit quält.

Und der sich mit bescheidnen Mitteln,
doch kampflos über Wasser hält,
zufrieden, ohne zu bekritteln,
wenn andre Säckel mehr geschwellt.

Kann man sich Wurst und Käse leisten,
dass man nicht Hunger leiden muss –
wie dass dir die Gedanken kreisten
um Pfauenzungen? Überfluss!

Fürn Gläschen Bier und Wein in Ehren
findest du stets ‘nen Obolus?
Warum sich also noch verzehren
nach Jahrgangsschampus? Überfluss!

Du hast ‘ne unscheinbare Bleibe,
gemütlich aber, gut in Schuss?
Wie dass dich die Begierde treibe
zur Luxusvilla? Überfluss!

Du hast etwas, was alle haben,
doch weißt davon nur du allein –
die ganze Welt mit ihren Gaben
vom Gipfel bis zum Kieselstein!

Kann man für Gold sich Sonne kaufen,
den Sang der Amsel auf dem Ast?
Solln andere nach Reichtum laufen –
sie suchen, was du lange hast!

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