Heut auf der Palmenpromenade.
Wie herrlich noch die Sonne schien!
Zwei, drei Susannen da im Bade,
dem Möwen nur ihr Auge liehn.
Am Strand indes noch viele Liegen,
gebogen unter Leibeslast,
wo mittagsmüd man und verschwiegen
Teutonenblässe Braun verpasst.
Wer aber Sand und Welln verschmähte,
nahm seinen Sitz am Ufer ein
bei „Rudi“ oder „Tante Käthe“ –
konnt notfalls auch ein Spanier sein.
Normales Urlaubsambiente?
Familien, kind- und kegelfest?
Von wegen! Alles roch nach Rente,
auf Meilen nach Seniorennest.
Plissierte Haut mit spitzen Knochen,
Gewölbe- oder Hängebauch.
Die Damen flöten hochgestochen,
die Herrn trompeten Schall und Rauch.
Den ganzen Fundus der Gebrechen
trägt ungeniert man hier zur Schau
und lässt sich eh’r von Mücken stechen
als zu kaschiern den Körperbau.
Und das ist nach den Strandgesetzen
kein strafenswerter Tatbestand,
denn Licht und Luft sich auszusetzen,
braucht’s möglichst wenig an Gewand.
Ästhetik ist nicht zugelassen,
da schafft kein Richter Remedur –
man mag die nackte Plautze hassen,
beleidigt ist das Auge nur.
Ich ließ nur ungern mich so sehen
als Wrack, das an der Zeit zerschellt –
doch soll ja Strandgut nicht verschmähen,
das raue Volk der Küstenwelt.