Lichtblick

LichtblickDas ist ‘ne komische Geschichte,
die ich hier kurz erzählen will,
das heißt ganz ehrlich und bei Lichte
wär’s besser wohl, ich wäre still.

Egal – die Beine zu vertreten,
bin ich noch mal hinausgeschlüpft,
damit mir bei Garneln und Gräten
das Fischerherz so richtig hüpft!

Und, ihr seid selbst schon drauf gekommen,
verblichen war der liebe Tag,
dass mir nur dunkel und verschwommen
dies Nachtstück vor den Augen lag.

Das Meer, ein einz’ges schwarzes Schweigen,
da lag es glatt und unbewegt
und ohne dieses Falln und Steigen,
das seine Wellen weiterträgt.

Kein Glucksen, kein verhaltnes Lallen;
es war, als ob’s gefroren wär
zu finster-frostigen Kristallen
von Kohle oder Pech und Teer.

In diesem Flöz, das ohne Grenzen,
glomm nirgendwo ein Fünkchen auf,
kein goldnes Lämpchen, um zu glänzen
‘nem Schiff in seinem Schlingerlauf.

Und drüber sich der Himmel spannte
genauso finster und so fern.
Zwei Lichter nur, zwei unverbannte:
Der Mond nur und der Abendstern.

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