Nachtwanderung

NachtwanderungHoch überm Meer des Mondes Sichel,
wie sie die Sterne niedermäht:
Ich hab’s gesehn, ein deutscher Michel,
beim Strandspaziergang heut noch spät.

Das Völkchen da auf meinem Wege,
es plauderte auf Spanisch meist,
indes auch fremder Mundart Pflege
beförderte der heil’ge Geist.

Der Abend lau und machte Ehre
dem Tage, den er schwarz beschloss.
Fern in die Bucht, am Kopf der Kehre,
der Sonne luft’ge Lava floss.

Es gingen Leute brav spazieren
und andre standen wie gebannt,
dies Lichtspiel filmisch einzufrieren,
Naturkost einst aus zweiter Hand.

Und aus den zitternden, den Flanken
des Meers gebar sich eine Jacht,
zum Hafen bangen Bugs zu schwanken,
wo fest sie ihre Träume macht.

Kein Untier hob sich aus den Tiefen,
kein Donner das Idyll zerriss.
Die Fische und die Sterne schliefen
in ihrer eignen Finsternis.

Auf festem Boden mit den Hufen;
doch neben ihnen, zwei, drei Schritt,
ein Friedhof, den die Stürme schufen.
Und lauernd ging er immer mit.

 

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