Nicht einmal das

imagesOW9AHOUSNicht einmal das: ein warmer Regen,
nein, schwere Tropfen, schwer und kalt,
und Wind treibt sie mit kurzen Schlägen
in Schwärmen über den Asphalt.

Aussicht auf Sonne? Kein Gedanke.
Gewölk macht alles pottendicht.
Nicht weiter, halt! Photonenschranke.
Zerschmettert liegt das Tageslicht.

Wie jetzt die Bäume leiden müssen,
so hilflos allem ausgesetzt –
dem frühen Dunkel, eis’gen Güssen,
dem Sturm, der durch die Blätter fetzt!

Ob hinter ihren klob’gen Schläfen
sich eine Ahnung wohl schon regt,
dass Dinge hier zusammenträfen,
wie sie der Herbst zu schätzen pflegt?

Nun aber Ross und Reiter nennen:
Der Wetterfiesling heißt August,
der lässt den Himmel endlos flennen
und raubt uns alle Lebenslust.

Für Hitze also Aus und Ende?
Für dieses Glühen auf der Haut?
Für T-Shirts und für Badestrände?
Für Würstchen, angekohlt gekaut?

Mal sehn. So wie bei allem Eifer
‘ne Schwalbe keinen Sommer macht,
so hat auch noch kein Regenpfeifer
die dritte Jahreszeit gebracht.

Es kommen wieder bessre Tage
– ist ja ein stetes Hin und Her –
‘ne schön stabile Wetterlage,
der Himmel blau und wolkenleer.

Inzwischen saut es erst mal weiter,
oder, gepflegter ausgedrückt:
Vorwiegend heute nicht so heiter.
Der Erntemonat spielt verrückt.

Zum Glück hab ich, mir Trost zu spenden,
ein kleines Wärme-Notdepot:
im Glase hier in meinen Händen
die rote Sonne aus Bordeaux.

Schreibe einen Kommentar