Man könnt ‘ne Feder fallen hören,
so dünn hat sich der Lärm gemacht.
Zwei, die (un)heimlich sich verschwören:
der Feierabend und die Nacht.
Verzeiht, ich muss mich wiederholen:
Natürlich ist das Bild nicht neu,
doch stiehlt sich’s stets auf leisen Sohlen
zum Vers wie Liebende ins Heu.
Vielleicht weil ich im Centrum hause,
wo sich der Krach bei Tage ballt
und fortepiano ohne Pause
tinnitisch in den Ohren hallt
Dass ich es förmlich kann erlauschen,
wenn es mit einem Male fehlt,
dies hintergründig städt’sche Rauschen,
das nichts vom Kosmos uns erzählt
Und Stille gleichsam als Kompresse
auf der lädierten Seele liegt,
die nach der Flut urbaner Bässe
sich nun in Engelschören wiegt.
O dieser Frieden, der jetzt waltet,
schon immer Flügel mir verlieh,
da ungehindert sich entfaltet
die lärmgelöste Fantasie!
Wann immer ich euch Zeilen biete
von ausgesuchtem Reim und Klang,
war Stille schon die halbe Miete
für einen leidlichen Gesang.
Nie wäre ich, um Reime ringend,
gekommen je bis Strophe acht,
hätt Thor, den Donnerhammer schwingend,
ein Ständchen mir dazu gebracht.
Kurzum … da keucht doch ‘ne Sirene
in diesem Augenblick heran,
die ganze Säcke voll Migräne
dir in die Schläfen kippen kann!
Muss die sensible Dichterseele
nicht plötzlich sich betrogen sehn,
ich, der ich fest auf Ruhe zähle?
Jetzt bin ich mucksch. Bei Strophe zehn.