Mein Nachbar mit dem großen Hammer,
der gönnt sich keinen Ruhetag –
er ist zu meinem größten Jammer
ein Meister noch vom alten Schlag.
Er hieb so konsequent und krude
auf seine Mauerhälfte ein,
dass Angst ich kriegte, meine Bude
schlüg er mir auch noch kurz und klein.
Ein Rieseln war das in den Wänden,
das hämmernd er ins Leben rief,
dass es so greifbar wie mit Händen
den Rücken förmlich runterlief.
Beließ er’s bei dem Instrumente?
Dass man sich da nur ja nicht täusch:
Der Maestro setzte auch Akzente
mit einem flotten Bohrgeräusch.
Der Generalbass sozusagen,
der brummend die Akkorde trug,
die er mit gleichem Wohlbehagen
in höhrer Leiterlage schlug.
Worunter beispielsweise fallen
(ein Ausschnitt aus der Skala nur)
Gekratz, Geschab in Intervallen
und von Geraspel eine Spur.
Bin ich darum ein Kunstbanause,
weil diese Hausmusik mich nervt
und mein Gehör mir ohne Pause
das Messer in der Seele schärft?
Am Abend hat er’s aufgegeben,
des Hau’ns und Stechens endlich satt –
Zeit, um mein Werkzeug zu erheben,
geräuschlos streichend übers Blatt.
Nun ja, nicht gänzlich ohne Rache,
doch aus Prinzip und überhaupt,
hab ich als Ratzer ihm vom Fache
die Nachtruh sicherlich geraubt.