Ich weiß nicht, wie viel trübe Tage
sie nicht mehr auf den Pelz gebrannt,
doch gestern, schwupps!, mit einem Schlage
die Sonne da im Blaumann stand.
Und strahlt’, als wollte sie beweisen
mit ‘nem besondren Akt der Kraft:
Zählt mich noch nicht zum alten Eisen,
seht her, ich steh noch voll im Saft!
Man muss es beinah tragisch nennen,
wie heftig sie sich aufgebäumt,
um noch mal höllisch heiß zu brennen!
Heut hat sie schon das Feld geräumt.
Von morgens an die Wolkendecke,
geschlossen, wie es ausgekräht
das Radio in der Zimmerecke
als wetterwendischer Prophet.
Darunter liegt er wohl begraben,
der gute Sommer für dies Jahr,
weil wir ja längst September haben –
da klappert nicht nur Adebar.
Ein frischer Wind hat sich erhoben
und treibt den Regen vor sich her.
Der Herbst beginnt mit seinen Proben,
denn die Premiere rückt schon näh’r.
In meiner Arche will ich trotzen
den Stürmen dieser Jahreszeit.
Mag sie mit ihnen noch so klotzen,
ich kauf ihr ab den wind’gen Schneid.
Soll nichts und niemand mir erschüttern
dies Bild von häuslich sattem Glück,
gemalt, mir eh’r den Geist zu füttern
anstatt des Bauchs: mein Küchenstück.
Doch heißt es stets in Übung bleiben,
weshalb ich grad den Ernstfall test
mit Kerze, Chips und Käsescheiben.
Ein Mosel, Riesling, krönt das Fest.