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Illusion II

Illusion2Ach, wie sie so zum Gotterbarmen
mit feuchten Augen auf mich schaut,
möcht ich den Bildschirm glatt umarmen,
sie lieb zu trösten wie ‘ne Braut.

Behutsam ließ die Hand ich gleiten
über ihr Haar, das sanft sich wellt
und ohne Stürme und Gezeiten
ihr seidig auf die Schulter fällt.

Und ihre Tränen würd ich küssen
mit Lippen voller Zärtlichkeit,
so dass sie schon versiegen müssen
vor Ablauf ihrer Trauerzeit.

Doch kaum dies unbewusst erwogen,
von jäher Neigung übermannt,
hat man sie mir auch schon entzogen
und andre Szenen zugesandt.

Und wie ich noch so sitz und säume,
beschwörend dieses Angesicht,
zerstört der Rat die schönen Träume:
„Verpass die nächste Folge nicht!“

Da sauste ich aus Wolke sieben
und schlug im Sessel wieder auf;
die Knochen waren heil geblieben,
im Herzen nur, da ging was drauf.

Wie den Verstand nur so entweihen
fürn Traumgesicht, für ein Phantom,
der Elektronen Gaukeleien
in der Regie von Volt und Ohm?

Die in uns Illusionen wecken
wie’n Zauberer mit seinem Hut,
in dem ganz unverkennbar stecken
Kaninchen, die aus Fleisch und Blut.

Ja, dass wir gar zu sehen kriegen
Gestalten, die geräumt das Feld
und längst in Eichenbrettern liegen,
die jetzt bedeuten ihre Welt!

In diesem flüchtigen Geflimmer,
das sich nicht Rast noch Ruhe gönnt,
bewahrn die Bilder sich für immer –
so wirklich, dass man heulen könnt.

Leistungsgesellschaft

LeistungsgesellschaftNur wer das Höchste kann vollbringen,
wer sich ins Zeug zu legen weiß,
wird Ruhm und Ehre sich erringen,
der Sonderleistung goldnen Preis.

Du hast ‘nen Weltrekord errungen?
Schon spricht das ganze Land davon:
Dreitausend Mal im Kreis gesprungen –
gewaltig; ab ins Pantheon!

Ein andrer schlug in 15 Stunden
901 Minuten tot
und hat sich nicht mal groß geschunden.
Den holte sich Cartier ins Boot.

Beim Wettbewerb im Erbsenzählen
hat niemand etwas vorgemacht
‘nem Amtmann, der es ohne Quälen
auf 32 Sack gebracht.

Mit Hängebacken Trübsal blasen
konnt einer so unendlich trist,
dass in zweihundert Blumenvasen
spontan der Strauß verkümmert ist.

Und was für Lobeshymnen hallten,
als dieses Meisterstück gelang:
5015 Haare spalten
in einem einz’gen Arbeitsgang!

Den Vogel aber abgeschossen
hat mit den Stellen der von π –
der zählt seit Jahren unverdrossen,
und enden wird er, wetten?, nie!

All diese ausgemachten Helden,
wie man sie feiert und hofiert!
Was aber habe ich zu melden,
das man mit Ahs und Ohs quittiert?

Verzicht auf Pausen ich und Pofen
und knie mich voll ins Dichten rein:
250 000 Strophen,
die sollten doch zu wuppen sein.

Heißt: Schlappe 100 Jahre weiter
am Ziel ich meiner Wünsche wär –
auf des Erfolgs stabiler Leiter
als erster Zeilenmillionär!

Heilige Pädagogik

Heilige PädagogikWen hätte lieber man zum Vater
als Jesus, der seit alter Zeit
in diesem wüsten Welttheater
das Muster gibt der Menschlichkeit?

Der lehrte, seinen Feind zu lieben,
und Petrus drum das Schwert entwand;
der Sündern, die schon abgeschrieben,
verständnisvoll zur Seite stand?

Der segensreich den Armen, Schwachen
hat Hand und Hilfe stets geliehn,
geheilt, um ihnen Mut zu machen,
gescherzt, getröstet und verziehn?

Der „Lasst die Kindlein zu mir kommen,
denn ihrer ist das Himmelreich“
zum Staunen aller Pseudofrommen
gefordert völlig „chancengleich“?

Sich den als einen vorzustellen,
der seine Lütten manchmal bläut,
kam nicht den übelsten Gesellen
in ihren schmutz’gen Sinn bis heut.

Das bleibt der Kirche vorbehalten,
die dank des Drahts zum Heil’gen Geist
selbst ihres Meisters Wolln und Walten
nach Gusto übern Haufen schmeißt.

Hat eben erst sein „Stellvertreter“
mal wieder öffentlich getan –
der Stuhlbefugte von St. Peter,
der Seelenhirt‘ vom Vatikan.

Merkt auf, ihr Männer und ihr Frauen,
der Papst gewährt Dispens euch jetzt:
Ihr dürft die Gören auch mal hauen,
wenn’s ihre Würde nicht verletzt!

Den Widerspruch indes zu lösen,
Dogmatik erst studieren geht,
der hat ja Haken auch und Ösen
wie die vertrackte Trinität!

Auf einer Linie etwa läge,
was ja auch logisch nicht bestäch,
wenn man bei solcher „Kinderpflege“
vom „Heil’gen Rabenvater“ spräch.

Reichlich arm

Reichlich armDer Reiche: bestens angesehen
bei jedermann landauf, landab,
weil, was wir alle uns erflehen,
ihm niemals die Dukaten knapp

Und er von allen Lebenszielen
(sofern man flüchtig nur vergleicht)
nach Meinung wenigstens der vielen
das höchste zweifellos erreicht.

Wie das? Würd jeder nicht beschwören,
es käm nicht an auf Prunk und Pracht,
und möge dir die Welt gehören,
dass Geld allein nicht glücklich macht?

Und preist nicht auch die Christenlehre
die Armut als das höh’re Gut,
damit man den Erlöser ehre,
dem nichts zu eigen als sein Blut?

Wie wolln wir eine Welt erbauen,
die besser als die heut’ge ist,
solang wir durch ‘ne Brille schauen,
die nur den Eigennutz bemisst?

Da können noch so viel wir ringen,
am Ende siegt die Tiernatur,
dieselbe zu Verstand zu bringen
wär wie des Kreises Quadratur.

Lässt man der Gier die Zügel schießen,
hält ein System man nur in Schuss,
dass Wen’ge Überfluss genießen,
die Mehrheit aber darben muss.

Pervers nur ist, dass sich Parteien,
die diesen Zustand zementiern,
nach außen hin dem Volkswohl weihen,
indem sie mit ‘nem C sich ziern!

Womit sie sich doch nahtlos fügen
in eine Kirchentradition,
wie sie mit Heucheln und mit Lügen
schon immer sprach der Lehre Hohn.

Solln Hass wir drum im Herzen tragen?
Nein, Mitleid für den Reichen bloß.
Ist denn nicht er grad zu beklagen,
dass auch sein Hemd einst taschenlos?

 

Einsame Klasse

Einsame KlasseDer hat ja schwer was auf dem Kasten!
Der weiß ja mehr als Hans und Franz!
Wo andere im Dunkeln tasten,
hat er den Durchblick voll und ganz.

Tagtäglich ragt er vor der Klasse
dem rhodischen Kolosse gleich
im Glanze seiner Wissensmasse,
gewaltig und gebärdenreich.

Ein Heer von Schülern, das sich ducken
in Demut vor dem Riesen muss,
der ohne nur ein Wimpernzucken
wirft Fakten in den Redefluss.

„Die Römer, da und da geschlagen,
indessen siegten da und da,
und zwar nach so und so viel Tagen,
gezählt ab urbe condita.“

Auch in mehr friedlichen Belangen
kennt er sich selbstverständlich aus:
„Wenn sie mal grad das Schwert nicht schwangen,
die Sense dann des Ackerbaus.“

Wie lebhaft weiß er zu erzählen
vom Feld, gefurcht in einer Flucht,
und von dem Brauch, nicht zu verfehlen
das Opfer seiner Erstlingsfrucht!

Und wie die Bäume sich vermehren,
wenn sie in Liebeslust erblühn,
obwohl zwei Häuser oft verwehren,
dass sie sich ungehindert grün.

Und so mit allen Dingen weiter:
Kaum eine Wissenslücke klafft.
Er ist kein blinder Glaubensstreiter:
ein Mann der breiten Wissenschaft.

Mit so viel Schmalz im Hirn da oben,
was Wunder, dass ihn Stolz befällt
und er sich göttlich dünkt erhoben
über ‘ne schülerhafte Welt.

Ist ihm nicht klar, dass all sein Wissen
vorm Richterstuhl einst blöd und blass?
Schon hör sein Echo ich, beflissen:
„Als Oberlehrer weiß man das!“

Nachklang

NachklangSoll ich euch einmal was verraten?
Komm grade aus dem Hospital,
wo unter Pilln und Apparaten
ich mich dem Äskulap empfahl

Der würdevoll mit grauen Ecken
persönlich sich ans Bett bemüht,
Vertraun und Ehrfurcht zu erwecken
beim Kranken, dem wer weiß was blüht.

In ruhig fließenden Sentenzen
aus unfehlbarem Göttermund
tat er der Krankheit Grund und Grenzen
und seinen schönen Heilsplan kund.

Den weisungsmäßig auszuführen
er seinem Hilfskorps überließ,
das wen’ger göttliche Allüren
als edlen Eifer mir bewies.

Ein ganzer Schwarm von Amoretten
umkreiste mich den ganzen Tag,
als ob sie nur den Auftrag hätten
mich zu erfreun, wie ich da lag.

Mit Instrumenten in den Händen,
die wunderlich wohl von Gestalt,
doch wussten sie sie zu verwenden
so meisterlich wie Putten halt.

Aus Gummi eins, das wie ‘ne Klette
an beiden Enden spitz und rau,
das schlang man mir wie ‘ne Manschette
um meines Armes Oberbau

Um lang an einer Schnur zu lauschen,
indes ich kunstverständig schwieg,
obwohl ich selbst nicht mal ein Rauschen
erhascht von seiner Sphär’nmusik.

Sie ließen immerhin mich wissen
der beiden Saiten Schwingungszahl,
dass in mein stilles Krankenkissen
die Ahnung eines Tons sich stahl.

Ein Röhrchen auch, aus Glas gegossen,
das vorne eine Nadel trug,
kam öfter auf mich zugeschossen
in seinem raschen Wespenflug

Und tauchte tief in eine Vene,
verweilend dort gedankenvoll,
bis ihm aus dieser Hippokrene
mein Dichterblut entgegenquoll.

Bisweilen ließen sie auch schwanken
‘ne Flasche hoch zu Häupten mir,
die, tropf, tropf, tropf, mir armem Kranken
im Takt verströmt ihr Elixier.

Es war ein wundersamer Reigen,
ganz einzigartig, ungeprahlt,
so wie die Hölle einst mit Geigen
der alte Meister Bosch gemalt.

Die liebsten, segensreichsten Wesen,
wie man nur im Spital sie sieht –
und doch, gerettet und genesen,
die einz’gen Engel, die man flieht!

 

Manöver

ManöverAuf unserm Staatsschiff, wie ich glaube,
das protzig seine Segel bläht,
bestimmt den Kurs die Steuerschraube,
an der die Alte gerne dreht.

Der Henker weiß, wohin wir treiben!
Das Eldorado sei ihr Ziel,
wir würden uns die Augen reiben:
Ich trau ihm nicht, dem ganzen Spiel.

Ay, ay, an Bord die Offiziere,
die wissen schon, wohin es geht –
im Gegensatz zum Passagiere,
der’s höchstens aus den Sternen rät.

Soll ich euch sagen, was ich denke?
Die flunkert nicht, wenn sie so spricht.
Sie müht sich ja um Goldgeschenke.
Nur eben für den Fahrgast nicht.

Hinter so’m Dickschiff, weiß doch jeder,
steht, und noch überm Kapitän,
der Eigner, also hier der Reeder –
und der will die Penunse sehn.

Da mag sie noch so sehr beteuern,
sie segelte am Winde hart,
um das Gemeinwohl anzusteuern:
Für den geht sie auf große Fahrt!

Die Beutestücke unsrer Reise
falln immer dem Magnaten zu.
Der teilt sie nach des Löwen Weise –
9/10 ich, 1/10 du.

Die Helfershelfer seiner Pläne,
die profitiern ein bisschen mit.
Der Käptn und die Brückenszene,
die machen keinen schlechten Schnitt.

Die aber in Kabinen hocken,
laut, ohne Tageslicht und klein,
missbraucht man, um sie abzuzocken
fürs „Privileg“, dabei zu sein.

Und hilft kein Maulen und kein Motzen,
der Kurs erwecke Übelkeit.
Es bleibt nichts andres als zu kotzen –
ein Jammer, der zum Himmel schreit.

Kleine Möwe, flieg zur Brücke rauf,
bring der Alten, beste Grüße!, dieses Wort:
Selbst die Blinden einst erwachen,
und dann gibt es bannig Zoff an Bord.

Schufterei

SchuftereiDas will mir so’n Berufsbild scheinen,
auf das man nicht studieren kann.
Berichtigt mich. Ich möchte meinen,
da braucht es eh’r ‘nen Selfmade-Mann.

Investor kann man wohl nicht lernen.
Man wird es oder wird es nicht.
Gebäude kaufen und entkernen:
In keinem Studienfache Pflicht.

Vermutlich ist so’n Mensch geboren
für dieses schwierige Metier –
so wie fürs Fleisch die Karnivoren,
so er fürs dicke Portemonnaie.

Und dieses immer prall zu halten,
den Bogen hatte früh er raus:
Das Taschengeld von seinen Alten
trug zinsfroh er der Bank ins Haus.

(Musst er sich Bontjes drum verkneifen?
I wo, war keineswegs der Fall!
Er braucht’ nur kräftig zuzugreifen
bei seinen Kumpels überall.)

Dass Arbeit auch das Geld verrichte,
wenn es nicht faul im Sparstrumpf liegt,
ist was statt Mathe und Geschichte
er von der Schule mitgekriegt.

Man nimmt es lieber aus der Lade
und wählt ein lohnendes Objekt,
das, auch mit steuerlicher Gnade,
mehr einbringt als man reingesteckt.

Am lukrativsten sind die Sachen,
die sich um Stein und Erde drehn.
Mit Bau’n und Buddeln Reibach machen,
das kann im Grunde schief nicht gehn.

So danken wir den Investoren
den Fortschritt, den man dringend braucht:
Hier’n Baumarkt, da, im Grün verloren,
ein Schornstein, der für jene raucht.

Hier’n Einkaufszentrum, das inmitten
sich eines früh’ren Dorfs erhebt,
da ein Hotel, das unbestritten
die Landschaft irgendwie belebt.

Natürlich auch Büropaläste
in bester Lage, Innenstadt,
und tilgend die histor’schen Reste
für immer vom Katasterblatt.

Heißt: Kubisch-funktionale Formen
ersetzen das vertraute Bild,
wobei statt der ästhet’schen Normen
nur des Profits Primat noch gilt.

In Stadt und Land hört man erschallen
der Abrissbirne Glockenschlag
und Gläub’ger auf die Knie fallen
vor ihrem Götzen, dem Ertrag.

Was braucht Soldaten es und Waffen,
die Welt allmählich zu zerstörn?
Man kann’s auch per Rendite schaffen.
(Hiergegen, Raffkes, gern empörn!)

 

Maestro

MaestroEr hebt den Taktstock. Totenstille.
Fängt an zu fuchteln: Klang erglimmt –
nach des Maestro Wunsch und Wille
Musik und Musikant gestimmt.

Mit schwenkbar gut geölten Armen
peitscht er Signale in den Saal,
derer die Geigen sich erbarmen
und auch die Pauken Mal für Mal.

Die Bratschen branden in den Reigen,
die Celli jubeln, die Oboen,
Fagotte, Hörner wolln nicht schweigen,
so wenig wie das Saxophon.

Die eifersücht’ge Klarinette,
auch sie hält nicht mehr hinterm Berg,
da alles brünstig um die Wette
sein Herzblut gibt für dieses Werk.

Wie sie nach seiner Pfeife tanzen
und seine Grillen orchestriern,
die mit subtilsten Tonbalancen
den Komponisten koloriern!

Am Ende Taumel der Gefühle.
Kadenz. Finale. Tutti. Schluss.
Kurz Stille. Dann vom Fan-Gestühle
Gejauchze bis zum Überdruss.

Der Meister, ganz in Schweiß und Hitze,
das Haar, genialisch lang, verklebt,
wie riss er wieder mal vom Sitze
den Bürger, der nach Höh’rem strebt!

Der Zauberstab, den er geschwungen,
dass mit der Harmonie es klapp,
hängt wie mit ausgepumpten Lungen
nun schlaff von seiner Hand herab.

Wie oft muss er sich nicht verbeugen!
Wie viele Bravos im Applaus!
Ihm seine Klasse zu bezeugen,
zwingt ihn das Volk zu zig Kotaus!

So lässt er gerne sich verehren,
genießt er Dirigentenruhm,
indes die Jahre sich ihm mehren
zu immer reif’rem Künstlertum.

Wie er es liebt, den Stock zu fassen!
Doch dann die letzte Partitur –
‘ne Passacaglia auf den Gassen!
Getragen. Und Trompeten nur.

Vollmond

VollmondWie ich verträumt und in Gedanken
zum Himmel einfach mal so schau,
seh ich in Wolkenbänken schwanken
den vollen Mond, als wär er blau.

Mal taucht er halb nur aus den Wogen,
mal thront er auf ‘nem Wellenkamm,
doch da er Ölzeug angezogen,
durchweicht es ihn nicht wie ein Schwamm.

Wie feist er glänzt in seinem Kleide!
Und wie heroisch er sich hält,
dass so allein auf finstrer Heide
ihn nicht die nackte Angst befällt!

(Sein Schicksal möchte ich nicht teilen
und lebte ich in Ewigkeit:
als Zeiger nur im Kreise eilen
als Zeiger der verlornen Zeit.)

Er kämpft sich durch. Naturgewalten
diktiern Geschwindigkeit und Bahn.
Mal zu verschnaufen, anzuhalten:
nicht vorgesehn im Schöpfungsplan.

So mag er wohl dem Menschen gleichen,
der zwanghaft rennt in seiner Spur,
indes die Stunden ihm entweichen,
die eh schon knapp bemessen nur.

Ich glaube, wenn die Wahl ich hätte,
zu kurven ewig, aber blind,
oder zu weiln an einer Stätte,
wo sterblich meine Freuden sind

Wär sicher mir das Letztre lieber:
ein Glück, das kurz, doch intensiv –
und eingeschmuggelt als Kassiber
in einen Schlaf, unendlich tief.

Indem ich derlei noch so denke,
kommt mir der Wandrer aus dem Blick –
verschluckt von einer Wellensenke,
verschwunden hinterm Straßenknick.

Statt seiner geht die nächste Frage
mir auf am Seelenhorizont:
Ob meine wen’gen Erdentage
auch wirklich wunderbar besonnt?