Ein super Markt

Ein super MarktAls neulich ich am Meer geschlendert
gedankenlos wie eh und je,
hab jäh die Richtung ich geändert,
denn plötzlich kam mir ‘ne Idee.

Ein Supermarkt lag in der Nähe,
dem rückte ich nun auf den Pelz,
dass nach ‘ner Buddel ich da spähe,
die ich in meine Tüte wälz.

Nicht irgendeine. Einen Tropfen,
den mit Genuss ich schon probiert,
denn nur mal auf den Busch zu klopfen,
wär ich nicht extra hinmarschiert.

Ich also in den engen Gängen
herumstolziert erwartungsfroh,
doch wo ich jüngst ihn fand in Mengen,
war nicht ein einz’ger im Depot.

Doch leer nicht nur die Flaschenecken,
auch viele andre überdies,
dass ich wohl zig Mal zum Verrecken
vergeblich mir die Birne stieß.

Ein fleiß’ges Trüppchen Angestellte
fand schließlich ich auf meiner Tour,
dass jäh sich mir der Grund erhellte
für diesen Umstand: Inventur!

Doch ließ ich drum den Kopf nicht hängen
und fragte mal auf blauen Dunst
nach diesem Weinchen, das um Längen
liegt vorn in meiner Gaumengunst.

Und kaum hatt ich genannt den Namen,
den dies Gewächs am Bauche trägt,
ist eine dieser netten Damen
auch schon ins Lager losgefegt.

Und kam nach wenigen Momenten,
die Beute schwenkend triumphal,
zurück zum glücklichen Petenten
als ambulantes Weinregal.

Worüber ich wohl mehr mich freute:
dass ich zu meinem Kauf noch kam,
oder dass die, die mich betreute,
die Störung mir nicht übel nahm?

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