Frauensache

Seit Adam in die Frucht gebissen,
die ihm sein Rippenstück gereicht,
hat dies für alle Zeit verschissen
und reuig hinterm Manne schleicht.

Die Kirche, die bis zum Erbrechen
das süße Brot der Liebe preist,
wusste noch weiter sich zu rächen –
bestreitend Seele ihm und Geist.

Der Makel blieb am Weibe haften,
wenn tausendfach auch widerlegt,
weil in der Welt, in der verpfafften,
den Unsinn man als Weisheit pflegt.

Selbst noch in unserem Jahrhundert,
das manchen Schmarren abgestellt,
sieht weiterhin man oft verwundert,
wie Frauen um ihr Recht geprellt.

Du stehst vielleicht mit beiden Beinen
in einem Job, voll eingespannt,
doch der Erzeuger deiner Kleinen
geht dir im Haushalt nicht zur Hand.

Du schuftest, dass wohl jeder fände,
das reicht für mindestens zwei Mann,
doch mehr kriegt stets am Monatsende
die Pfeife da von nebenan.

Du bist zu Höherem berufen
nach Leistung und nach Fähigkeit?
Ach, hoch auf den Karrierestufen
macht sich der Hahn im Korbe breit.

Steht nirgends im Gesetz geschrieben,
dass so es und nicht anders sei,
und ist doch vielfach so geblieben
aufgrund der Macho-Kumpanei.

Die sogenannten bessren Herren
im väterlich-seriösen Look,
beharrlich sich dagegen sperren,
dass vor ‘ner Chefin man sich duck.

Das alte maskuline Erbe,
das einst mit Muckis man gewann!
Doch heut in Handel und Gewerbe –
seht diese Säcke euch doch an!

 

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