Göttliche Muße

Göttliche MußeMan kann noch immer draußen sitzen,
die Sonne heizt noch tüchtig ein;
Pulloverfreunde müssen schwitzen,
nur wer ein Hemd trägt, der hat Schwein.

Das Meer liegt einem vor der Nase
mit seinem trägen Wellenspiel.
Man döst sich in die Schlummerphase
und hofft auf Bronze fürs Profil.

Dies ist die Art, sich zu entspannen,
hat grade man ein Meer zur Hand.
Die Götter, die es einst ersannen,
haben’s wohl ebenso verwandt.

Indes der Fischersmann sich plagte
für seine dürre Flunderfracht
und notfalls an den Gräten nagte,
hat ihm der Fang nichts eingebracht

Und auch die Möwe nur mit Mühe
sich über Wasser hielt und Gischt,
indem sie in der blauen Brühe
beharrlich nach dem Fleisch gefischt

Sich jene auf die Liege streckten,
um diesen müßig zuzuschaun,
wobei sie auf der Zunge schmeckten
geharzten Nektar an Kapaun.

Gedanken, die mich so beschleichen,
wenn faul ich in der Sonne hock.
Dass heut gar Rentner ihnen gleichen –
wie leben Götter mit dem Schock?

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