Von mir nur kann ich ja berichten,
weil mich ja nur ich halbwegs kenn –
wie dass ich da in Fremdgeschichten
mit meinem Griffel mich verrenn?
Die eigne Seele auszuloten
ist Arbeit schon im Überfluss,
da lass ich lieber doch die Pfoten
von andrer Leute Ödipus.
Heißt aber nicht, dass die Fassade
geflissentlich ich ignorier
und jedem Bänker mit Pomade
‘ne weiße Weste attestier.
Da fiel mir neulich wer ins Auge,
als ich mal wieder ferngesehn,
der war so glatt wie Seifenlauge
und in der Ölkunst ein Mäzen.
Der hat „den Bürgern“ übergeben
ein Bild, das zig Millionen schwer,
dass hundert Arme mussten heben,
was sonst nicht aufzuhängen wär.
Das spielte er bescheiden runter:
„Es gibt noch Höheres als Geld.
In diesem Sinn spendiert mitunter
ein Kunstwerk meine Bank der Welt.“
Ein Edelfisch ganz ohne Gräten?
Dem Braten trau ich nicht so recht.
Woher denn alle die Moneten?
Geheimnis im Finanzgeflecht.