Still ruht der See

Sie zählen sicher nach Millionen,
die ehrlich den Entschluss gefasst,
im neuen Jahre nachzuholen,
was sie zu tun bisher verpasst.

’ne Kleinigkeit nur im Verhalten,
die andern doch ins Auge sticht,
jetzt endlich einmal abzuschalten,
dass man erscheint in bessrem Licht.

Da gibt’s natürlich tausend Dinge
in diesem Riesenwunschpaket,
dass ich erst gar kein Beispiel bringe,
weil jeder weiß, wovon ich red.

Doch wenn so viele sich vereinen
im festen Willn zur guten Tat,
müsst schnell uns wärmer nicht erscheinen
der Globus in gefühlten Grad?

Nein, wenn wir so das Weltgeschehen
betrachten in besagter Frist,
die alten Hähne weiterkrähen
auf ihrem alten Haufen Mist.

Als Schlichter großer Streitigkeiten
sind Keulen nach wie vor begehrt,
die, so das Fazit aller Zeiten,
doch die Konflikte nur vermehrt.

Und was wir für die Umwelt machen,
die schleichend aus dem Ruder läuft,
es ist so dürftig, dass vor Lachen
in seinen Tränen man ersäuft.

Wann immer der Vernunft wir trauen,
spielt unser Bauch uns einen Streich.
Luftschlösser kann gewiss sie bauen,
doch kein vernünft’ges Erdenreich!