Phlegmatisch lag die Wassermasse
in ihrem ungeheuren Bett,
so zäh und klebrig wie Melasse,
so glasig-grau wie Pfannenfett.
Das stete Auf und Ab der Wellen
war so verfallen und verflacht,
dass ohne Berg und Tal und Dellen
es kaum Gekräusel noch gemacht.
Versteht sich, dass kein Lüftchen wehte,
das Leben in die Fluten blies
und irgendwem die Segel blähte,
der sorglos wo vom Ufer stieß.
Und auch, so weit das Auge reichte,
kein Kiel, der eine Furche zog,
nur dieses Laue, Eingeweichte,
das bis zum Horizont sich bog.
Man hörte auch kein Flügelschlagen,
den schrillen Schrei der Möwe nicht,
die ja vom Winde nur getragen
das Schweigen dieser Räume bricht.
Nein, die sich wellend wir nur kennen,
mal mehr, mal weniger, die See,
sie ließ sich auf den Pelz was brennen
und ruhte reglos wie Gelee.
Erholt sie sich denn niemals wieder,
bleibt sie erstarrt in diesem Schreck?
Da fiel ein bisschen Sonne nieder –
war das ein Funkeln auf dem Fleck!
