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Gans zufällig

Was für ‘ne klösterliche Stille!
Kein Menschenauflauf: Wochentag.
Um uns herum die Herbstidylle
wie auf ‘nem Bild von Bruegel lag.

Und unbeschwert sind wir gegangen
auf dem gehegereichen Pfad,
um unversehens anzulangen
am Wasservogel-Reservat.

Da tummelten auf ihrem Teiche
die Enten sich aus aller Welt
und Gänse, auch so schwanengleiche,
dern langer Hals ins Auge fällt.

Um sie uns näher anzugucken,
schlurften wir langsam auf sie zu;
das schien indes sie nicht zu jucken
als ziemlich flugerfahrne Crew.

Ein Trupp stand auf der Uferwiese
grad da, wo diese eingezäunt,
und lauschte still der Expertise
von irgendeinem Vogelfreund.

Wir also zu den Pseudo-Schwänen
in Richtung auf den Wiesenrand,
da sahn wir am Geländer lehnen
zwei Leute, die uns wohlbekannt.

Hallo, hallo! Erstaunte Blicke.
Ein Zufall, auf den Punkt genau.
Wir sind nicht Freunde grade, dicke,
doch schätzen uns aus dem e. V.

Wobei hier mal aus voller Kehle
besonders einem Lob gebührt,
weil ständig er mit Leib und Seele
den Tieren nach der Bleibe spürt.

Ihm helfen dabei jene Ringe,
die vieln er um die Füße legt,
damit es festzustelln gelinge,
wohin sie’s nach der Brut verschlägt.

Er kennt wohl jede Lebensphase
des Zuggeflügels der Region,
und kaum direkt vor unsrer Nase,
erwacht auch unsre Neugier schon.

Denn weil so viele fremd uns waren,
haben nach manchen wir gefragt,
die untern bunten Entenscharen
da auf dem Teiche mitgequakt.

Dann drehten wir den Rest der Runde;
ich aber lachte insgeheim,
mach ich doch dank berufnem Munde
mir jetzt auf Gänse einen Reim.

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