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Im Lauf der Zeit

Erst sitzen, sitzen und sinnieren
und dann den treuen Stift zur Hand,
um unten aufs Papier zu schmieren,
was oben das Gehirn erfand.

Seit ewig ich dies Hobby habe,
mich drin vertiefend wie ein Kind,
dass jetzt ich erst als alter Knabe
bemerke, wie die Zeit verrinnt!

Wie angeschwollen ist die Liste,
der meine Verse ich enthüllt,
als hätte wer in seiner Kiste
zig Eimerchen mit Sand gefüllt

Und alles um sich her vergessen
in seinem hingegebnen Spiel,
um diesen Stoff in Form zu pressen
als seiner Mühe höchstes Ziel.

Muss nicht die Zeit im Flug verstreichen,
wenn so sich jemand konzentriert
und in des Hirns geheimen Reichen
allein die Fantasie regiert?

Und tschüs dann plötzlich, liebes Leben,
wenn‘s aus den Träumen einen weckt
und zwingt, den Löffel abzugeben,
da ’s einem just am besten schmeckt?

Kein Grund, in Tränen zu zerfließen,
das rührt den Geist nicht der Natur.
Der lässt verdorren und lässt sprießen
ein frisches Blümchen auf der Flur.

Und mitgefangen, mitgehangen:
Ist Spaß denn etwa kein Profit?
Ich bin ja mit der Zeit gegangen –
mit jeder Zeile, Schritt für Schritt.

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