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Rummel, Rummel

Vereinzelt plötzlich Böllerschüsse,
die in der Ferne dumpf verhalln,
‘ne Garbe kurzer Lautergüsse,
wie sie ein Feuerwerk beschalln.

Muss irgendwo ‘nen Rummel geben,
wo Trubel herrscht zur späten Stund
und Zuckerwattebäusche kleben
an manchem süßen Mädchenmund.

Und eine Bude an der andern
ihr fröhliches Geschäft betreibt,
um langsam dran entlangzuwandern,
eh kurz man wo mal stehen bleibt.

Hier lässt man sich ‘ne Wurst kredenzen,
da greift man lässig zum Gewehr,
dass seiner Liebsten, um zu glänzen,
ein Plastikblümchen man verehr.

Dazwischen dann die Fahrgeschäfte,
die manchmal wie ein Mixgerät
verrühren alle Körpersäfte,
dass Hörn und Sehen dir vergeht.

Und Lichter in den grellsten Tönen,
wie sie kein Regenbogen schenkt,
um diesen Asphalt zu verhöhnen,
der finster alle Schritte lenkt.

Dabei dröhnt dir aus allen Ecken
der neuste Hit ins Trommelfell,
um fetzig deine Lust zu wecken
auf so ein Wahnsinnskarussell.

Muss nicht die Stimme an den Kassen,
die kobert und die kommentiert,
besonders laut sich hören lassen,
dass sie im Lärm sich nicht verliert?

Da wackeln überall die Wände
von Achterbahn bis Geisterhaus,
und mancher fänd wohl nie ein Ende,
ging irgendwann das Licht nicht aus.

Raketen sich zum Himmel heben
zur letzten, höchsten Farbenpracht.
Dann ruht auf einmal alles Leben.
Und schweigend geht man in die Nacht.

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