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Grundsätzlich gleich

Bist du als Untertan geboren,
ist Zahlen erste Bürgerpflicht,
der Fiskus packt dich bei den Ohren,
berappst du deine Steuern nicht.

Auch sonst kannst du dich nicht entfalten
so, wie es in den Kram dir passt,
musst dich an die Gesetze halten,
dass deren Arm dich nicht erfasst.

Denn mit gebieterischer Strenge
verfolgt die kleinste Missetat,
dass ständig Bußen er verhänge,
der selbsternannte Tugendstaat.

Und damit keines der Subjekte,
sei noch so mächtig es und reich,
sich drücken kann vor der Kollekte,
sind alle Untertanen gleich.

So in des Staates heil’gen Schriften,
speziell im Buche „Grundgesetz“,
die den formalen Rahmen stiften
fürs Rechte- und fürs Pflichtennetz.

Doch weiß man nicht seit ew’gen Zeiten,
dass viel Geduld Papier besitzt
und keine Lust, zu widerstreiten
der Tinte, die man drüberspritzt?

Da gibt es immer mal Personen,
die finden eine Hintertür
und glücklich schiffen mit Millionen
um diese läst’ge Zwangsgebühr.

So jüngst ein echter König wieder,
ein abgedanktes Oberhaupt,
der, die Fassade brav und bieder,
gerafft dahinter und geraubt.

Die Sache ist zwar aufgeflogen,
doch noch nicht vor Gericht gebracht.
Jetzt ist der Gute, ätsch, verzogen,
das heißt, hat sich davongemacht.

Natürlich mit gefüllten Taschen,
dass er versüße sich‘s Exil,
wo ihn die Büttel nicht mehr haschen –
sofern denn jemals dies ihr Ziel.

Ein Einzelfall? Durchaus nicht, leider.
Von der Begierde angehaucht,
ist mancher Staatschef aus dem Schneider,
der hier und da sein Amt missbraucht.

Das sind durchweg die Potentaten,
die mit dem Knüppel auch regiern,
bereit, zur Not in Blut zu waten,
wenn ihre Völker demonstriern.

Wie lässt das Manko sich beheben,
damit als Null du nicht geprellt?
Komm einfach doch im nächsten Leben
als große Nummer auf die Welt!

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