Es ist schon lange Nacht geworden,
doch keine Ruhe stellt sich ein.
Ein wüster Wind aus Ost und Norden
fegt heulend durch die Häuserreihn.
Er wühlt im Schopf der Straßenbäume
und treibt die Äste kreuz und quer,
jagt durch die kahlen Zwischenräume,
als ob er nicht bei Sinnen wär.
Und dass er nicht alleine rase,
hat er sich Regen beigesellt,
der grad so blind und in Ekstase
an Mauern und Asphalt zerschellt.
Und da, wo wir die Sterne wähnen:
nur grässlich grenzenloses Grau,
daraus in dicken, dichten Strähnen
trieft unerschöpflich Himmelstau.
Wie manche da zu sagen pflegen:
„Nicht mal ‘nen Hund…“, na, und so fort.
„Man muss sich hintern Ofen legen”,
auch dies ein gern gebrauchtes Wort.
Da habe ich es gut getroffen:
Die Therme heizt mir mächtig ein.
Das Hemd, das kurze, oben offen,
sitz warm ich wie im Sonnenschein.
Den hat der Wein sich auch gefangen,
dass süß man’s auf dem Gaumen fühlt:
Es glänzt vor mir mit feuchten Wangen
die Flasche Riesling, schön gekühlt.
Und wie, dass mich nicht auch erfreute
die Kerze, die in Glut zerrinnt?
Auf schwarzem Nabel wiegt auch heute
sie still ihr kleines Flammenkind.
Kein Lüftchen rührt an die Gardine,
kein Schwall zerschlägt das Fensterglas.
Die Küche zeigt mit stoischer Miene
sich unbeeindruckt von dem Spaß.
Mag denn die Welt da draußen toben,
mein Bollwerk hält den Stürmen stand:
umtost, und ihrer doch enthoben –
ein bisschen dem Parnass verwandt.