In den April hineingeraten!
Ich fühl mich wie ein Delinquent,
den man bestraft für Missetaten,
die er nicht mal vom Namen kennt.
Was tat ich jemand denn zuleide,
dass mich die Zeit so furchtbar schlägt
und mich von der Mimosenweide
in den Holunder jäh verlegt?
Hab ich denn etwa drum gebeten,
hab ich gerufen: März, halt ein,
es braucht ‘nen Wechsel der Tapeten,
Gelb raus und dafür Lila rein?
Ein Weilchen hätt ich gern genossen
noch dieser Wipfel grünen Schopf,
betupft mit blonden Sommersprossen
und kugelrund wie’n Bubikopf.
Na, Pustekuchen, Schnee von gestern!
Das Stirb und Werde der Natur.
Schon plustern sich die lila Schwestern
vom Fliederbusch. Wie lange nur?
Am Boden die Akazienblüten,
ihr Pollengold in Dreck und Sand,
nur Müll noch unter Plastiktüten
und Dosen wo am Straßenrand.
April – wie wird’s mit dem uns gehen?
Der liefert, hopp, sein Sortiment
und lässt uns dann im Regen stehen –
na, dann schon besser, wenn er rennt!
