Blütenträume

BlütenträumeNun hock ich hier am Stubentische
und hänge den Gedanken nach
an die verflossne Sommerfrische,
die mit „Natürlichkeit“ bestach.

Mit Hügeln, die in feinem Schleier
den fernen Strand der Bucht gesäumt,
wo ihnen, unverhüllt und freier,
die weite See entgegenschäumt.

Mit lichten, ausgedehnten Hainen,
wo jedes Bäumchen früchteschwer,
Orangen üppig an dem einen,
am andern Mandeln kreuz und quer.

Mit manchem lieblichen Gefilde,
das endlos sich dahingestreckt
auf leicht gewölbtem irdnen Schilde,
dem friedlich Blumen aufgesteckt.

Und Bergen, die mit schroffen Zinnen
die Weiler rundherum bewehrt,
dass Krieger hier kein Land gewinnen,
wenn Beute ihren Ehrgeiz nährt.

Doch eh ich selig noch entschlafe
in dieser schönen Träumerei,
schlägt jäh wie eine Himmelsstrafe
ein Hammerschlag sie mir entzwei.

Akustisch, mein ich: ‘ne Sirene,
die heulend in die Stille gellt,
dass Pegasus mit weh’nder Mähne
sich auf die Hinterbeine stellt!

An Weiterreiten nicht zu denken –
dies Ross ist von sensiblem Blut.
Die Hoffnung, sicher es zu lenken,
nun wieder ganz auf morgen ruht.