Jahreswechsel

Will mit ‘nem Datum ich beschließen,
was heut ich in die Scheune fuhr,
lass aus der Feder ich mir fließen
des Tags genaue Signatur.

Ein Hinweis, der nicht zu entbehren
für eines Werks Entstehungszeit,
weil er dem ständigen Verjähren
ein wenig Rast und Ruhe leiht.

Die Ziffern, dafür zu verwenden,
das heißt die letzten für das Jahr,
auf eine eins nun plötzlich enden,
wo eben eine Null noch war.

Mag sonst man auch ums Gestern trauern
und dass die Zeit vergeht im Flug,
wer wird in diesem Fall bedauern,
dass es sich in die Büsche schlug?

2020 – nicht zu toppen,
was Angst vor Infektion betrifft.
Zu Hause bleiben, Karten kloppen!
Verzicht auf den Personenlift!

Geschäfte, Busse nur betreten
mit Schutz um Mund und Nase rum!
Musik- und Schauspielinterpreten,
es geht auch ohne Publikum!

Und noch viel weitere Schikanen,
die so ein Virus abverlangt,
damit’s nicht fortfährt abzusahnen,
wo immer es an Abstand krankt.

Kann alles ja nur besser werden
(und dieses Wort in Gottes Ohr!),
denn so ‘ne Pandemie auf Erden
hält schließlich doch nicht ewig vor.

Zukünftig soll die eins mir gelten
als stille Hoffnungsträgerin
für den Triumph der alten Welten,
fürn Rückfall in den Neubeginn.

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