Stille Stunde

Stille StundeEs fehlt mir nichts, mich wohlzufühlen.
Ich hock an meinem Küchentisch,
gesäumt von hellen Kiefernstühlen,
und vor mir der papierne Wisch.

Entzündet ist die heil’ge Flamme,
wie sie zu Ehrn der Musen brennt,
das Lichtlein auf dem flücht’gen Stamme
des Wachses, das sich Kerze nennt.

Es spiegelt sich da in der Flasche
wie’n Irrlicht im verwunschnen Teich,
doch immer, wenn ich danach hasche,
verschwindet’s in der Kehle gleich.

Auch herrscht die Stille mittlerweile,
wie für mein Handwerk ich sie brauch,
wenn mit des Stiftes weicher Feile
zurecht ich meine Zeilen stauch.

Und stört nicht an der Wand die Therme,
die zünftig kupferrot verrohrt
und die mit ihrer Stimme Wärme
sich säuselnd in die Löffel bohrt.

Tatütata? Kein Krankenwagen,
der heute heulend hemmt mein Hirn!
Nichts, was mir schlüge auf den Magen,
nichts, was mir böse böt die Stirn.

Der Einz’ge, der mir widerstreitet,
das ist der Rote, der Corbières.
Bis hier hat er mich treu geleitet –
jetzt will er und auch ich nicht mehr.

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