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Politik, umtriebig

Sie sind so fleißig wie die Bienen,
schwirrn täglich ohne Rast und Ruh
in ihren flotten Limousinen
unzähligen Terminen zu.

Dabei sind sie nicht ortsgebunden,
auch das macht sie den Brummern gleich –
sie drehen ständig ihre Runden
im größten Kompetenzbereich.

Und welchen Nektar sie wohl saugen
aus diesen Flügen jedes Mal?
Die Heimgesuchten bestens taugen
als Stimmen für die nächste Wahl!

Das nehmen an behaarten Beinen
als Manna sie nach Hause mit –
sich selbst und ihren Ortsvereinen
als süße Aussicht auf Profit.

Doch ist dabei für alle andern,
die’s bis zum Staatsmann nicht geschafft,
dies Über-Wald-und-Wiesen-Wandern
denn irgendwie auch vorteilhaft?

Heißt: Selbst wenn sich die Brüder sträuben,
zu teiln die Beute allgemein,
müssten sie dennoch nicht bestäuben
die Welt zu Wachsen und Gedeihn?

Ach, nichts von solcherlei Effekten,
soweit ich seh der Dinge Lauf,
und den Vergleich mit den Insekten
geb ich hier notgedrungen auf.

Es ist ja stets die gleiche Masche,
mit der das Volk man hintergeht:
Den Reibach in die eigne Tasche,
da jenem man ‘ne Nase dreht.

‘ne Profession, die sich von Lügen
und windigen Versprechen nährt
und bei den üppigsten Bezügen
nicht einen roten Heller wert.

Ihr meint, das sei wohl überzogen,
ihr Wirken vielfach auch Gewinn?
Hab’s aus den Fingern nicht gesogen,
schaut doch noch mal genauer hin!

Wer stellt politisch denn die Weichen
in unserm Land und anderswo?
Die mühsam sich die Macht erschleichen
in Poll, Partei, Politbüro.

Danach: Hansdampf in allen Gassen.
Geschäftig alle durch die Bank.
Und was sie dafür hinterlassen?
Patientin Erde, sterbenskrank.

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Fragwürdig

FragwürdigWohin des Wegs, du gute Erde,
die Tag für Tag ich springen seh
rund um die Sonne mit der Herde
der andern Kugeln im Karree?

Gelüst auf neue Weidegründe,
um reicher deinen Flug zu nährn
und dass die angestammten Pfründe
sich noch um weitere vermehrn?

Vielleicht auch nur die Lust zu fliegen
so schwerelos durch Raum und Zeit
und deinen schiefen Hals zu wiegen
am Gängelband der Ewigkeit?

Womöglich gar, weil starke Kräfte
gewaltsam dir ‘ne Bahn verpasst,
obwohl für solche Zwangsgeschäfte
du weder Drive noch Neigung hast?

Wo ist, die Sache zu erklären,
ein Kepler, ein Kopernikus?
Nur immer um- und wiederkehren –
wär das der Weisheit letzter Schluss?

Ist gar der Kosmos zu verstehen
als Uhrwerk, das ein Gott ersann,
mit einem Blick zu übersehen,
wann rackern oder ruhn er kann?

Falls in die richt’ge Kerbe hiebe,
was hier mein Geist spontan geblitzt,
dann wär der Mensch in dem Getriebe,
der Rost, der auf den Rädern sitzt.

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