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Kassenkampf

In ganz verschiedenen Berufen
errangen diese ihr Format,
mit dem sie alle sich auch schufen
‘nen riesigen Bekanntheitsgrad.

Vorweg die angesagten Mimen,
die großen Stars an jedem Set,
die sowohl live als auch beim Streamen
man gerne auf dem Sofa hätt.

Die Sänger dann, die täglich schmettern
ihr Liedgut ins geneigte Ohr,
mit denen in den Charts sie klettern
bis hin zum Evergreen empor.

Athleten auch, die ihren Beinen
im Wettkampf alles abverlangt,
auf dass mit bündelweise Scheinen
der Mutterclub es ihnen dankt.

Dazu die Quiz- und Showstrategen
mit ihrem Bildschirmarbeitsplatz,
die mit der Frage uns erregen:
Wer holt sich den Millionenschatz?

Politiker nicht zu verhehlen,
zumindest die von hohem Rang,
die in den dunkelsten Kanälen
rund um die Uhr auf Stimmenfang.

Und dann noch in bescheidnem Maße
die Crème der Unternehmerschaft,
wie Mann und Maus sie auf der Straße
mit Sprit versorgt und Gerstensaft.

Sie alle sich den Lorbeer pflückten,
mit dem man aus dem Rahmen fällt,
obwohl man irgend ‘nem Verrückten
den manchmal auch nicht vorenthält.

Kurzum, da zeigt sich eine Klasse,
die sogar Marx total verpennt –
der Wunschtraum jeder trägen Masse:
Reich, schön und wichtig. PROMINENT.

Verlautbarungen

Aufmerksamkeit willst du erregen
mit Logik und Besonnenheit?
Dann lass dir mal die Karten legen:
Die kriegt nur, wer vernünftig schreit!

Besonders auf der großen Bühne,
auf der Politiker agiern,
wird wen’ger der Gedankenkühne
als der mit Stimme reüssiern.

Hab so ein Beispiel grad vor Augen
in einem fernen Nachbarland,
wo für das höchste Amt zu taugen
man so ‘ne Tröte just befand.

Den wählten nämlich da die meisten,
bezirzt von seinem Redeschwall,
um einen Gockel sich zu leisten,
der mächtig kräht von Fall zu Fall.

Ein ganzes Land darf er nun führen
für längre ungewisse Zeit
dank selbstgefäll‘ger Starallüren
und weil aus vollem Hals er schreit.

Für höchste Ämter braucht’s ja leider
kein Fähigkeitszertifikat:
Da fordert man von einem Schneider
schon mehr für einen Sonntagsstaat.

Jetzt thront er also himmeloben
und kann sich in sein Fäustchen freun,
um erst einmal sich auszutoben
mit Posten-unter-Freunde-Streun.

Bald aber melden sich Probleme,
die seiner klugen Lösung harrn,
auf dass er sich nicht nur bequeme,
sie in den Akten zu verscharrn.

Vollmundig wird er sie ergreifen,
wie er es vor der Wahl versprach,
die Ärmel zackig höherstreifen
und dann mit Schwung der Nase nach!

Ein Teilerfolg lässt ihn frohlocken:
Schaut her, mein erstes Meisterstück!
Doch bleibt er auf den Lorbeern hocken,
wie’s oft so geht: Anfängerglück.

Des Weitren keine Resultate
von größerer Bedeutsamkeit.
Schon wandelt er auf schmalem Grate,
weshalb er umso lauter schreit.

Das ganze Pulver ist verschossen.
Und er entlarvt als Bramarbas.
Schon tauchen tausend Zeitungsglossen
ihn in ihr schwarzes Tintenfass.

Die ersten Rufe, abzudanken.
Er tut, als ob er sie nicht hört.
Nichts lässt ihn in der Meinung schwanken,
dass alle Welt noch auf ihn schwört.

Und dann mit einem Mal das Ende.
Man hat die Nase von ihm voll.
Die Gegner reiben sich die Hände.
„Rücktritt um zehn“ laut Protokoll.

Natürlich fällt er auf die Füße.
Er ist ja nicht nur irgendwer.
Dass man den Abschied ihm versüße,
schafft man ihm noch ein Pöstchen her.

Das heißt, man schamlos sich erdreistet,
ihn mit ‘nem Traumjob zu versehn,
weil „gute Arbeit er geleistet“
(und warum musste er dann gehn?).

Jetzt rasch noch einen Neuen wählen,
um ihm des Staates Last zu leihn.
An Kandidaten wird‘s nicht fehlen –
der erste fängt schon an zu schrein!

Brüder im Geiste

Ob sie bisweilen Zweifel hegen
an dem, was sie hinausposaunt?
Doch wenn, sie’s nicht zu zeigen pflegen,
Politiker, stets gut gelaunt.

Ihr Optimismus ohne Grenzen,
wenn’s um die eigne Leistung geht,
verleitet sie zu Eiertänzen,
dass einem sich der Magen dreht.

Doch halten trotz der Kapriolen
sich immer dicht beim großen Stamm,
wie es der Vorstand anempfohlen,
beim Kernholz, sprich: Parteiprogramm.

Indes nur immer still und leise,
damit dem Volk verborgen bleibt,
dass lediglich für höchste Kreise
da jemand seinen Job betreibt.

Die Brüder kriegst du nicht zu fassen,
die grunzen Sprüche von Gewicht,
die wunderbar auf alles passen,
nur auf die Wahrheit leider nicht.

Und scheffeln prächtige Diäten
für ihre Zungenfertigkeit,
wie man seit ewig sie Propheten
für windige Prognosen leiht.

Da wärn wir auch schon bei den andern,
die auf die eigne Weisheit schwörn,
doch in noch höhren Sphären wandern,
um ihrem Gott sie abzuhörn.

Die sprühn sie dann in alle Winde
mit viel Gebimmel und Gebet,
dass jeder drin ein Sprüchlein finde,
wenn’s dem Verstand auch widersteht.

Auch da wird auf Granit man beißen,
erinnert man sie mal daran,
dass ständig Dinge sie verheißen,
die keine Seele wissen kann.

Ihr Dogma, Leser/Leserinnen,
ist ihr geschriebnes Heiligtum,
und wenn sie Gold daraus gewinnen,
dann nur zu Gottes Ehr und Ruhm!

Ja, diese Himmelsrabulisten
treiben’s wie Obige so toll
und lügen ihren Unterchristen
bedenkenlos die Hucke voll.

Als einz’ge Firma hier auf Erden
geben sie Anteilscheine aus,
die reiche Zinsen tragen werden,
liegt man erst mal im Leichenhaus.

Gleich nach der Paradiesespforte,
zur Hälfte kaum im Himmel drin,
geht es direkt zum Kirchenhorte,
wo man dir auszahlt den Gewinn.

Und da die Himmlischen nicht zocken,
liegt alles schon korrekt bereit:
Schalmei und Harfe zum Frohlocken
und Manna für die Ewigkeit.

Kann man wohl stärker wen noch foppen,
der auf die Kirche blind vertraut?
Natürlich. Alles lässt sich toppen,
wenn man nur Kartenhäuser baut.

Zusammenschluss der alten Füchse
in Sachen List und Heuchelei:
Dann kommt aus der Pandora-Büchse
als Übel noch die Christpartei.

Das Sprachrohr

Allein sein Gang schon ohnegleichen –
dynamisch, rasch und zielbewusst.
Solln andre schlapp und lustlos schleichen,
er schreitet mit geschwellter Brust.

Und lässt er sein Organ ertönen,
du eher an ‘nen Stentor denkst
als an ‘nen blässlich mittelschönen,
gerupften Paragrafenhengst.

Er lässt sich gerne Fragen stellen,
hält jederzeit ‘nen Spruch bereit,
auch wenn der in den meisten Fällen
kein Schwein von ‘nem Problem befreit.

Er ist nicht wie der Geometer,
der pünktlich an bestimmter Statt –
er kommt beständig etwas später,
damit er seinen Auftritt hat.

Kaum angelangt, reißt er den Schnabel
zu irgend’ner Sottise auf,
dass als Charmeur er und als Nabel
der kleinen Welt sich hier verkauf.

Im Weitergang der Peinlichkeiten
(„Ha, ha, und kennen den Sie schon?“)
lässt er zu Witzen sich verleiten
im süffisanten Macho-Ton.

Geht ihm der Vorrat mal zur Neige
an Scherzen dieser plumpen Art,
spielt weiter er die erste Geige
geschickt mit einem andern Part.

Wie mannigfach sind nicht die Themen,
die ihm den Stoff zum Glänzen leihn,
doch, jeder andre würd sich schämen,
nur in Bezug auf „mich“ und „mein“.

Besonders rühmt er sich der Taten,
die bravourös er schon vollbracht,
dass niemand muss erst lange raten,
dass er auch jetzt Furore macht.

Und sagt selbst offen vor den Leuten,
wenn ihn der Boss mal arg gezwackt,
um durch die Blume anzudeuten
den sehr intimen Chefkontakt.

Der könne sich auf ihn verlassen,
ganz gleich, womit er ihn betraut,
ihn, den Hansdampf in allen Gassen,
der niemals irgendwas versaut.

Er sieht sich gar als „Mehrzweckwaffe“
mit wandelbarem Projektil,
die höchst flexibel Ordnung schaffe,
je nach dem angepeilten Ziel.

Auch mag er hinterm Berg nicht halten
den Arm, „der in die Ämter reicht“:
Möcht wer beruflich sich entfalten,
er macht’s ihm, prahlt er, kinderleicht.

Man würd vor Ehrfurcht glatt erstarren,
wenn man für bare Münze hielt,
was nur in dieses eitlen Narren
Gehirn ‘ne große Rolle spielt.

Schaun wir mal hinter die Kulissen
und auf die Finger diesem Geck:
Der Schlendrian ist eingerissen,
den feudelt keine Putzfrau weg.

Auf seinem Schreibtisch türmen Akten
sich schon zu Haufen himmelan,
die beinah man zu Artefakten
aus Olims Zeiten zählen kann.

Und während er mit flinker Zunge
sich Kränze flicht von Lorbeerlaub,
geht den Kollegen auf die Lunge
sein dicker Dokumentenstaub.

So auf die lange Bank geschoben,
erledigt viel sich mit der Zeit –
Termine werden aufgehoben,
geraten in Vergessenheit.

Und kann er doch mal nicht vermeiden
‘ne Arbeit in bestimmter Frist,
lässt seinen Viz er drunter leiden
und drückt aufs Auge ihm den Mist.

Geht dann mal etwas in die Hose,
weil der’s nicht schaffen kann im Nu,
wirft er sich gleich in Unschuldspose
und schiebt’s Besagtem in die Schuh.

Nun meint ihr, so viel Schaumgeschlage,
dem kluge Köpfe sich versperrn,
es trete deutlich auch zutage
dem vorgesetzten Ämterherrn?

I wo, denn als Politstratege
ist der so ähnlich ja gestrickt
und hat dergleichen krumme Wege
noch immer gnädig abgenickt.

Erst wenn ein neuer Chef die Bühne
(von anderer Partei) betritt,
verkrümelt sich der Geisteshüne
wie’n Felsen unter Dynamit.

Und was wir hier schon dunkel ahnen,
rasch soll zum Faktum es gedeihn:
Es setzt den eignen Mythomanen
zu seinem Sprecher jener ein.

Schmutziges Geschäft

Wie fern dem Lyriker sie liegen,
die Wörter, die vulgär man nennt –
doch kann er auch das Kotzen kriegen,
wenn ihm was untern Nägeln brennt!

Man stell sich vor in diesem Falle
(ein Beispiel unter vielen nur),
der Staat erklärt als Pillepalle
den Chemo-Krieg mit der Natur!

Erinnert euch, was schon als Kinder
ihr in der Schule eingepaukt:
Der Tier- und auch der Umweltschinder
ist eine Type, die nichts taugt.

Drum gilt der Gans, vom Fuchs „gestohlen“,
dass er sich weidlich von ihr nähr,
ein Mitleid bis zum „Jäger holen“
mit seinem Piff-Paff-Schießgewehr.

Und auch: Am Weg nicht Blumen rupfen,
lasst Raute und Kamille stehn,
sie helfen gegen Schmerz und Schnupfen
und sind so prächtig anzusehn!

Vor allem aber: Leib und Leben
der Menschen sind das höchste Gut,
das wir bei jeglichem Bestreben
zu schützen haben – absolut.

Den Lütten kann man es noch sagen,
sie glauben ja den Großen blind,
bis einmal selbst zu hinterfragen
die Dinge sie imstande sind.

Dann werden sie sehr schnell schon merken,
was hinter solchen Sprüchen steckt,
wie sie bei allen frommen Werken
die Heuchelei sich ausgeheckt.

Bei Weitem liegen an der Spitze
nebst unsern Pfaffen, „Gott befohln!“,
Politiker, die ihre Sitze
sich gern mit solchem Streusand holn.

Der aber meist so fein gemahlen,
dass ihn die Augen gar nicht spürn
und bei den nächsten Hirtenwahlen
die Schafe ihre Schlächter kürn.

Und diese Dummheit macht sie dreister
noch in dem schmutzigen Metier,
dass sie agiern als Herrn und Meister
nach Gusto über Wohl und Weh.

Die öffentlich sie gern vertreten,
Prinzipien von hohem Sinn,
sind ihnen eher ungebeten
nach dem geglückten Machtgewinn.

Dann mögen sie sich gar erfrechen,
sich zu entlarven vor der Welt
und alle Schranken zu durchbrechen,
die selbst sie einmal aufgestellt.

Vernunft und Fakten abgeschaltet,
gibt nur der Wille noch Befehl,
wie seinen Einfluss man entfaltet
für die Partei plus Klientel.

Und während sie „Gemeinwohl!“ brüllen
und „Umwelt vorneweg!“,
gestatten üppig zu vergüllen
die Felder sie mit Rinderdreck.

Und noch eins drauf: Die Schafsvertreter
befragen ihren Hütehund –
der knurrt, dass jeder Unkrautjäter
sich einmal reißt die Finger wund.

Ein Fall für die Chemiegiganten:
Ein Mittelchen noch toppt den Mist,
das nur peniblen Kaffeetanten
nicht blitzeblank geheuer ist.

Es sei nicht, faseln sie, erwiesen,
dass es total bedenkenlos –
und folgen so den Expertisen
von ein paar Wichtigtuern bloß!“

Doch hat die Vorsicht nicht geboten
gerade auf polit’schem Feld,
Gefahren erst mal auszuloten,
eh man sich blindlings ihnen stellt?

Das muss doch wohl auch anders gehen,
entscheidet der Parteityrann:
Solln sie das Zeug doch weiter säen,
bis man das Gift beweisen kann!

Erst muss das Kind in’n Brunnen fallen:
Und sind die Schäden offenbar,
ist der Empörteste von allen
er, der „schon immer skeptisch war“.

Er selber fühle sich betrogen,
so lamentiert er sich heraus –
nicht wahr, doch auch brillant gelogen;
und so was zählt im Hohen Haus.

Ja, aus der ganzen fiesen Nummer
schlägt er noch kräftig Kapital:
Zeigt werbewirksam seinen Kummer
beim Pflichtbesuch im Krankensaal.

Gewissensbisse? Fehlanzeige.
Die Macht bewahrn um jeden Preis –
dies Motto spielt die erste Geige
wie sonst auch im Kollegenkreis.

Nur dass die nicht die Pauke hauen –
die Flöte blasen sie diskret;
wobei, in Hameln nachzuschauen,
auch alles übern Deister geht.

Führungsstil

War morgens er dem Fond entstiegen,
samt Fahrer ins Büro geeilt,
ging er daran, zu überfliegen
die Presselandschaft unverweilt.

Des Globus allgemeine Lage,
das Neueste aus Stadt und Land
verband er mit der Gretchenfrage,
was über ihn geschrieben stand.

Wenn nichts: Da ist was schiefgelaufen!
Wenn Gutes: Prima, Redaktion!
Wenn Schlechtes: Die wolln wir uns kaufen –
und schon der Griff zum Telefon.

(Ich muss mal kurz ‘ne Pause machen,
weil mit ‘nem dicken Bauch von Licht
der Vollmond grad mit hundert Sachen
sich Bahn durch die Gebäude bricht.

Wie könnt dem Glanz ich widerstehen,
der jäh den halben Himmel füllt,
und weiter auf die Fläche sehen,
die weiß noch keinen Vers enthüllt?

Zwei hab ich oder drei Minuten
in seinen Anblick mich versenkt,
als sie mich mahnte, mich zu sputen,
die Muse, die den Griffel lenkt.)

Drum rasch zurück zu diesem Wesen,
dem heut ich weih mein kleines Werk –
er hatt‘ die Blätter ausgelesen
und fraß sich durch den Aktenberg.

Das war nicht seine starke Seite.
Zwar wusste er sich immer Rat,
doch zeigte schon nach Höh und Breite
sich eher als ein Mann der Tat.

Das kriegten die zuerst zu spüren,
die löschen, wenn die Hütte brennt –
ihm von der Pelle ein, zwei Türen:
die Tippse und der Referent.

Die saßen ständig wie auf Kohlen
und harrten auf des Alten Wort,
nur um sich Watschen abzuholen
für dies und das in einem fort.

(Zur Ehrenrettung muss ich sagen,
dass mancher, den er angeblafft,
kaum Schaden hat davongetragen,
weil er zum Aufstieg ihm verschafft.)

Auch seine Tür zu öffnen, schließen
wie jeder andre fiel ihm schwer –
er liebte es, hindurchzuschießen,
als ob er der Leibhaft’ge wär.

Und hat sie auf- und zugeschmissen
mit wohlgezieltem Knalleffekt,
dass noch im ruhigsten Gewissen
er ein Gefühl der Schuld erweckt.

Auch bei den ständigen Routinen
mit Leitern jeglicher Sektion
stieß meist er auf ‘ne Wand von Mienen,
versteinert vom Kommando-Ton.

Denn zwischen Äußern und Agieren
galt klitzeklein der Weg ihm nur –
wer wollt schon seinen Job riskieren,
weil an die Karre er ihm fuhr?

Er hat die Zügel straff gehalten
und fest, als ließ er nie mehr los –
zig Jahre alles stets beim Alten,
gewechselt ha’m die Pferde bloß.

Dabei ist er sich treu geblieben,
ein ungehobelter Patron,
dem Herrschen hieß, „mit steten Hieben
erstickt man jede Rebellion“.

Er blieb und blieb. Da half kein Beten.
Je länger, desto mehr erstarkt.
Doch plötzlich musst er kürzertreten.
Natur natürlich: Herzinfarkt.

Volksvertretermehrheit

VolksvertretermehrheitFettaugen gleich sie träge schwimmen
auf dem Gesupp des Volkes hin –
die Profiteure jener Stimmen,
die reichten für den Wahlgewinn.

Wie sie mit Engelszungen mahnen
die Massen zur Bescheidenheit,
selbst umso frecher abzusahnen,
was ihnen nun ihr Amt verleiht!

Demokratie? Die kannste knicken.
Die Wählerkreuzchen holn die nur,
um sich ein Alibi zu stricken
für ihre Bonzendiktatur.

Kaum sind die Urnen zugeschlossen,
ist abgehakt der kurze Spuk,
schon basteln Christen und Genossen
gewissenhaft am Wahlbetrug.

Ihr Motto (klar: uneingestanden):
„Der kleine Mann die Zeche zahlt“ –
dem einen Bärn sie aufgebunden,
als mit „Entlastung“ sie geprahlt.

Entlastung schon: Doch für die Reichen.
Dem Habnichts der Fiskus droht.
So stelln Politiker die Weichen
für die zukünft’ge Massennnot.

Sie schöpfen selbst ja aus dem Vollen
als Lohn der Doppelzüngigkeit.
Das Volk kenn’n sie aus Protokollen –
Papier, das nicht vor Kohldampf schreit!