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Gute Nachbarschaft

Gestattet mir, euch vorzustellen:
Bommel der Große, Kalli Klein.
Sie sind zwei fröhliche Gesellen
und wollen gute Nachbarn sein.

Ein hübsches Häuschen sie bewohnen
von recht bescheidenem Format,
doch können auch den Beutel schonen,
weil niemand sie zur Kasse bat.

Ja, nicht nur dass Logis sie sparen,
sie haben auch die Kost noch frei,
wenn auch nicht grade Luxuswaren
im Stil von Leipzigs Allerlei.

Doch ihnen kann’s gestohlen bleiben,
vor Schmalhans spürn sie keine Scheu,
begnügen sich mit Gurkenscheiben
und einer Handvoll frischem Heu.

Und grade dies verkappte Fasten
beflügelt sie nur umso mehr –
am liebsten sie im Kreise hasten,
der eine hinterm andern her!

Dann müsstet ihr sie quieken hören
vor ausgelassner Lebenslust
aus voller (so wie bei Tenören),
doch dabei eher schmächt’ger Brust!

Für die leg ich die Hand ins Feuer,
die stören euren Frieden nicht.
Die Häuslichkeit: ihr Abenteuer,
die Ruhe: ihre Bürgerpflicht.

Meerschweinchen sind in jedem Falle
als Mieter einfach fabelhaft.
Ich glaub, ich spreche für euch alle:
„Na denn auf gute Nachbarschaft!“

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Stille Gäste

Stille GästeWie seltsam sind mir diese Gäste,
die hier seit Tagen einquartiert –
behandelt und versorgt aufs Beste
und dennoch schrecklich reserviert!

Erfreun sich einer eignen Bleibe
als ständigem Refugium,
schön luftig ohne Fensterscheibe,
doch fest vergittert ringsherum.

Ein Teppich aus den feinsten Spänen
ist locker darin ausgelegt,
der jederzeit bequem zu dränen,
wenn er mit Flüssigkeit beschlägt.

Auch Schlafgemächer, separate,
in Birke alle, rustikal,
sie stehen hier den Träumen Pate,
den satt-zufriedenen zumal.

Dies zum Komfort. Und ist das Essen
nicht auch so recht nach ihrer Art?
So mittendrin im Heu gesessen
und auch an Gurke nicht gespart?

Das reinste Paradiesesleben –
nur fressen, dösen, ohne Pflicht.
Man lernt nicht einmal Pfötchengeben,
bedankt auch sonst sich weiter nicht.

So gehn den Meerschweinchen die Tage
in stetem Gleichmaß rasch dahin.
Nicht sehr beneidenswert, die Lage:
Das weiß ich, seit ich Rentner bin.

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Einquartierung

EinquartierungNun hab ich also plötzlich Gäste,
vier Leute, die solid und still
und die ich deshalb auf das Beste
bedienen und bewirten will.

Und da sie offen mir gestanden,
wie häuslich sie seit immer schon,
wir beiderseits geboten fanden
Verpflegung nur per Vollpension.

Das hört sich nach gefüllter Schüssel
dreimal am Tag zumindest an.
Doch falsch! Mit so ‘nem kleinen Rüssel
nur wenig man vertilgen kann.

Im Übrigen auf Kost sie schwören,
die rundum vegetarisch ist;
hauptsächlich Gurken, manchmal Möhren,
und Heu, wie’s auch der Klepper frisst.

Gern würd ich alles ihnen geben,
was ich für mich auch selber kauf;
doch da sie so genügsam leben,
nun, dränge ihnen ich nichts auf.

So leise sind sie und bescheiden
und freun sich über jeden Happs!
Man muss die Lütten einfach leiden,
als wär man Mama oder Paps.

Doch geht das ja nur wochenweise:
Meerschweinchen ha’m ein Stammquartier.
Kehrt’s Frauchen heim von seiner Reise –
ab dann nach Haus auch diese vier!

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