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Die Schirmherrin

Auf einmal hat sich eingeschlichen
ein Schatten in den Strahlenglanz,
die Sonne ihrn Besuch gestrichen
für viele Stunden voll und ganz.

Stattdessen wälzten Wolkenmassen
sich übers Firmament dahin,
um fleißig Wasser abzulassen,
das ihnen reichte schon zum Kinn.

Den Kopf gesenkt, den Stoff erhoben,
der straff sich zwischen Speichen spannt,
die wenigen Passanten stoben
durch dieses feuchte Perlenband.

Doch plötzlich goss ‘ne Wolkenlücke
die letzte Pfütze aus dem Schuh,
und alle diese guten Stücke,
sie klappten unisono zu.

Nun galt es, sie auf alle Fälle
noch mitzuschleppen auf dem Weg,
dass hinter eigner Tür und Schwelle
man irgendwo sie trockenleg.

Da war auch einer in der Truppe,
auf den mein Auge just gezielt,
der war fast größer als die Puppe,
die fröhlich ihn am Wickel hielt.

Der streifte ihr zuerst am Leibe
und wackelte so nebenher,
bis sie wohl dachte, dies Gereibe
macht einem ja das Laufen schwer.

Und darum, schwups, mit beiden Händen
gepackt das ellenlange Ding,
dass es statt lästig an den Lenden
ihr rittlings überm Haupte hing.

So machte sie ‘ne Anzahl Schritte,
die Ärmchen ruhig ausgestreckt
wie’n Sieger, der nach alter Sitte
Trophäen in die Höhe reckt.

Doch schon bewegte sie sie wieder,
von einem Einfall angeweht,
und beugte rhythmisch auf und nieder
wie eine Hantel das Gerät.

Dann ist sie meinem Blick entschwunden
und mit ihr auch die große Fracht.
Die hat sie, so mit Jux verbunden,
ganz sicher gut nach Haus gebracht.

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