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Einschnitt

EinschnittOh, was unwandelbar ich glaubte,
verwachsen mit der Erde schier,
ein rüder Abrissbagger raubte
das Dogma seiner Dauer mir!

Zermürbt von pausenlosen Hieben,
wie dumpf sie in die Weite halln,
sah das Gemäuer ich zerstieben,
zu Splitter und zu Staub zerfalln.

Und wo ich sonst, sie zu begaffen,
erleuchtete Fassaden fand,
seh nun ich eine Lücke klaffen,
wie’n Waldstück, das vom Blitz verbrannt.

Zerschlagen die Gebäudezeile,
zum Torso ihre Front entstellt,
‘ne nackte Wand da jäh, ‘ne steile,
und dann nur noch ein Trümmerfeld.

Bis hin zur nächsten Straßenecke
nur Schutt aus Ziegeln und Zement.
Drei Häuser blieben auf der Strecke,
drei, die bald keiner wohl mehr kennt.

Na, sicher wird man neue bauen,
dass sich das Loch da wieder schließt,
die hübsch und größer anzuschauen,
was „billig“ in die Miete fließt.

Doch unter diesen Baggerbissen
fieln nicht nur Mauern vis-à-vis:
Jahrzehnte hat es mir zerrissen,
den Traum von ew’ger Poesie.

Ex-Cathedra

Ex-CathedraDer Papst hat seinen Hut genommen
(Tiara! Sag’s nicht so profan!),
was fast noch niemals vorgekommen
auf Petri sturmerprobtem Kahn.

Doch hat ihm Gott gewiss empfohlen
über den heißen Draht direkt,
sich nicht noch mal den Tod zu holen
mit seinem bösen Herzdefekt.

Und schleunigst aus der Hand zu legen
das Netz, mit dem man Menschen fischt,
um eines Seemannsheimes wegen –
‘nem Kloster, wo man Karten drischt.

Verzeiht, ich will’s sakraler sagen:
wo mit Gesang er und Gebet
und karger Kost im heil’gen Magen
den Herrn ums sel’ge Ende fleht.

Mit Sicherheit steht ihm dann offen
das ew’ge Milch- und Honigland –
wer sonst als er sollt’ darauf hoffen,
auf Erden Gottes rechte Hand?

Er hat sich’s wohl auch ausbedungen
im Zwiegespräch mit seinem Chef –
kennt er doch solche Regelungen
als Kirchenfürst aus dem Effeff.

Macht Gott indes den Plan zuschanden,
weil er verabscheut Feilscherein,
dann wär der Papst aus deutschen Landen
auch da am Ende vom Latein.

Konstanz

KonstanzDer Wind hat aufgehört zu pusten;
kein Lärm mehr von der Straße her;
nur ab und zu mein eignes Husten,
als ob es ihm zu stille wär.

Sonst keine lästigen Geräusche
zu dieser Sonntagabendstund;
leis tropft nur, wenn ich mich nicht täusche,
der Wasserhahn im Hintergrund.

Am alten Platz mein Kerzenfeuer,
das heute ganz in Weiß gehüllt,
tief eingesackt ins Wachsgemäuer,
das es mit heißen Tränen füllt.

Am alten Platz auf dem Tablette,
das nur ein Glas noch mit ihr teilt,
die Rebe mit dem Etikette,
von dem der Ruhm voraus ihr eilt.

Am alten Platz das dünne Laken,
in das ich Zeilen tätowier,
Geflecht von Bogen und von Haken:
mein schönes Poesiepapier.

Am alten Platz die alte Pfote,
die immer noch den Kuli hält,
notierend, was der Götterbote
ihr von den Musen so bestellt.

Das alte Bild in allen Dingen;
fest zeigt es sich, unwandelbar.
Doch auf der Zeit verborgnen Schwingen,
ach, nichts mehr, wie es gestern war!

Weltgericht

WeltgerichtDer Sterneköche heut’ger Flitter,
den auf dem Speiseplan man sieht:
Vorweg Meteoritensplitter,
als Hauptgericht Asteroid.

Das ist nicht jedem gut bekommen,
die Kreation war zu riskant:
Ein Krankenbett zur Not genommen,
im besten Fall ‘nen Wundverband.

Und wo hat man die saure Miene
gemacht zu diesem bösen Spiel?
Ich tipp auf Frankreichs Haute cuisine,
da püttjert man ja ziemlich viel.

Nicht? Ortung leider fehlgeschlagen?
In Russland?! Na, da komm man drauf!
Da nimmt man fürn verwöhnten Magen
wohl auch schon einiges in Kauf.

Zumindest könnte ich mir denken,
dass so ‘n Rezept umstritten bleibt –
ich ließ ‘nen Fraß mir nicht mal schenken,
der mich am Ende gar entleibt.

Solln andre sich an Fugu weiden
mit Todeskitzel-Hochgenuss;
ich kann mit Matjes mich bescheiden –
die Gräte ich nicht schlucken muss.

Doch was auch immer abgekartet
vor dir auf dem Menü-Basar,
du weißt doch nie, was dich erwartet:
Die Köche – unberechenbar.

Makrobiotisch

MakrobiotischHätt ich mir vorher denken können,
dass ich mal diese Zahl erreich
und nette Götter mir vergönnen,
dass ich nicht früher schon verbleich.

Und doch, und doch – wie soll ich’s sagen,
wo ich jetzt 68 bin,
spür ich doch so ein Unbehagen
bei diesem prallen Zeitgewinn.

Klar, da mir so ‘ne Frist gegeben,
ging mir ja eigentlich nichts ab;
ich hab mich umgesehn im Leben
wie ‘n Mehlwurm im Getreideschapp.

Warn da denn nicht der Liebe Flammen,
in denen selig ich entbrannt?
Du gehst – und gehst miteins zusammen,
ein Wesen, lieblich, an der Hand!

Und Freunde, die mit mir befuhren
den wechselhaften Strom der Zeit?
Bisweiln verlorn sich ihre Spuren,
doch mancher gibt mir noch ‘s Geleit.

Und hab ich oftmals nicht die Grenzen
in freud’ger Neugier überrannt,
dass sich in fremden Herbsten, Lenzen
mein urlaubsreifer Geist entspannt?

Hab ich nicht fleißig und beflissen
erledigt, was der Job verlangt,
bis schließlich in das Ruhekissen
der Rente (Ausstand!) ich gewankt?

Genug, um alles abzuschließen –
und runter mit den Jalousien!
Das heißt ich könnte mich erschießen
oder ins Kloster mich verziehn.

Doch beides hab ich nie erwogen
als Krönung für mein Altenteil;
ich will ihn spannen, meinen Bogen,
bis ab er schnellt, der letzte Pfeil.

Drum muss ich auf Methoden sinnen
fürn bröckeligen Geist und Leib,
dass auf des Alters morschen Zinnen
ich fit und unverwüstlich bleib.

Ein Segen nur, dass ich nicht rauche,
von daher mir Gefahr nicht droht,
indessen steh ich auf dem Schlauche
bei Reben nie, die weiß und rot.

Doch die, wenn maßvoll sie genossen,
nicht schaden, wie der Doktor weiß,
so dass ich weiter unverdrossen
mich mäßig nur am Riemen reiß.

Nun, dass das Hirn mir nicht erweiche,
hab stets ein Buch ich auf dem Schoß,
in dem ich wen’ger auf ‘ne Leiche
als auf ‘ne Mordsgeschichte stoß.

Beug, streck – auch diese Turnfiguren
leg aufs Parkett ich schon mit Schmiss,
die, wenn sie mir ins Kreuz nicht fuhren,
gesundheitsfördernd doch gewiss.

Daneben kleine Wanderungen,
die bis zum Supermarkt mich führn,
von Cityluft erfüllt die Lungen
beim sachten Schlag der Autotürn.

Da kommen in den Einkaufswagen
nur Waren erster Güte rein –
die müssen fürn verwöhnten Magen
in Blech schon fix und fertig sein.

Bewegung, Lesen, gute Speisen –
ist das die halbe Miete nicht,
mit diesem Globus noch zu kreisen
unendlich, bis das Auge bricht?

Auch Lachen soll dem Wohlbefinden
durchaus von großem Nutzen sein –
drum mögen nie die Muskeln schwinden,
die sichtbar Ausdruck ihm verleihn!

So weit die schönen Weisheitslehren,
mit denen man die Jahre streckt.
Bleibt nur die Frage noch zu klären,
ob denn ein Sinn dahintersteckt.

Muss man nicht ohnehin beizeiten
herunter von der Lebensbahn,
um sutje übern Styx zu gleiten
in Charons Seelenfängerkahn?

Wohl wahr. Doch sei’s nur für Sekunden:
Ich nehme jeden Aufschub an –
solang ich auf des Menschen Wunden
noch meinen Finger legen kann.

Erfolgsgeheimnis

ErfogsgeheimnisInterna will ich euch verraten:
Viel Verse sind der Musen Lohn.
Heut kann ich förmlich darin waten:
Dies Lied ist ja mein zweites schon!

Da kommt der Nektar mir zugute,
den aus der Rebe man gewinnt
und der per Laster oder Schute
rot von Bordeaux nach Hamburg rinnt.

Ich muss ja Katz und Maus nicht spielen
mit irgendeinem Sportverband,
denn schöne Strophen zu erzielen
hat Mittel man seit je verwandt.

Doch lässt die Dichter man gewähren,
auch wenn im Wettbewerb sie stehn,
denn ihre Kunst in allen Ehren –
um große Summen wird’s nie gehn.

Der Muskelmann mit strammen Waden,
der Bälle und Pedalen tritt,
macht selbst bei größrem Geistesschaden
dagegen immer seinen Schnitt.

Denn für das Keuchen und das Quälen,
entschädigt man ihn königlich
und lässt ihn teuer noch empfehlen
‘ne Salbe gegen Sonnenstich.

Doch der Poet, der zum Idole
der Massen niemals hochgehypt,
der hat im besten Falle Kohle,
die schwarz und nicht kontierbar bleibt.

‘ne Welt, in der die Geistesgaben
und die des Herzens wenig wert,
sie ähnelt der der Küchenschaben,
wo prächtig man vom Dreck sich nährt.

Um es noch deutlicher zu sagen
(ich fass die Chance hier beim Schopf,
auf Marxens Seite mich zu schlagen):
Die Welt steht psychisch auf dem Kopf!

Sie faselt ständig was von Frieden,
von Eintracht und von Duldsamkeit,
und schwelgt doch in den Unterschieden
aus Konkurrenz und Widerstreit.

Sie lässt als höchste Werte feiern
Barmherzigkeit und Menschentum,
doch gönnt die Gans mit goldnen Eiern
Karrierefreaks mit Medienruhm.

Sie schwingt mit tausend Idealen
sich auf bis an das Sternenzelt
und misst das Leben doch mit Zahlen,
mit Kosten, Nutzen nur und Geld.

Sie glaubt an einen Gott da oben,
der Händler aus dem Tempel trieb,
doch hat zum Hauptgesetz erhoben
das „ökonomische Prinzip“.

Der Gipfel aller Perversionen!
Das heißt, dass man fürn Überschuss
und wegen der Profitmillionen
im „Notfall“ Menschen opfern muss!

Das Gegenteil von dem Humanen,
das öffentlich man gern beschwört,
und würdig unsrer Steinzeitahnen,
die so ein Wort noch nie gehört.

Moralisch absolut ein Kracher!
Wie aber kommt’s, dass keiner schimpft?
Weil, wie dies der Geschäftemacher,
ja jedes Credo eingeimpft.

Denn die den Staat am Zügel halten
und ihren Willen ihm diktiern
auch über die Gehirne walten,
die sie mit falscher Münze schmiern.

Mit „unsichtbarer Hand“, sie schwafeln,
renk alles sich zum Besten ein,
so dass an reich gedeckten Tafeln
das Land sich nähre, Groß und Klein.

Doch kann der Lüge überführen
sie schnell der vielen Armen Not,
die diese Hand als Faust nur spüren,
die ständig sie zu schlagen droht.

Man könnt das kalte Kotzen kriegen,
wenn man die Heuchelei erkennt,
mit der die Fakten sie verbiegen,
damit den Jammer Glück man nennt.

Ach, voll der Verse Fass, gestrichen –
wie gut habt, Musen, ihr’s gemeint!
Doch bin vom Thema ich gewichen:
Zu viel Interna, wie mir scheint.

Jagdfieber

JagdfieberMein Herz, es mag im Hochland weilen,
doch jagen möchte es da nicht,
verschreckten Ricken nachzueilen
mit Unschuldsaugen im Gesicht.

Verhuschte Hasen zu erschießen,
die panisch vor der Flinte fliehn,
um nach gezieltem Blutvergießen
ihr flausch’ges Fellchen abzuziehn.

So wenig wie um zu erlegen
des Walds gekrönte Majestät,
den Hirsch, der seiner Enden wegen
bei Kugeln hoch im Kurse steht.

Und auch die Kerze auszublasen
‘nem Auerhahn in seiner Pracht,
gehört nicht zu den Lust-Extasen,
auf die ich Anspruch je gemacht.

Ich möchte nicht die Knarre heben,
nach Laune Leben zu zerstörn,
nur um mir das Gefühl zu geben
im Schuss als Platzhirsch selbst zu röhrn.

Millionen Jahre Jäger-Sammler
gehn aber spurlos nicht vorbei –
manch einer schießt auf kleine Rammler
und glaubt, dass er ein Nimrod sei

Und rühmt sich solcher Heldentaten,
die ohne Angst und Schweiß geschehn –
fast so, als würd er seinen Braten
beim Schlachter vis-à-vis erstehn.

Denn während unsre Steinzeitahnen
gekämpft um Leben und um Leib,
keult diese Zunft der Schrumpfgermanen
das Wild zum bloßen Zeitvertreib.

Beschönigend: „Bestände pflegen“ –
sonst wird von Reh’n man überrannt!
Der Schöpfung zweifelhafter Segen:
Neandertaler mit Verstand.

Nein, einfach durch die Heide streifen,
die diese tausend Wesen nährt –
nur mit den Sinnen sie ergreifen:
Geschwister, aller Liebe wert.

Kontinuität II

KontinuitätHier kurz die heut’gen Neuigkeiten:
Ein Doktorhut wurd aberkannt.
Die Länder um den Ausgleich streiten.
Von Schnee der Süden überrannt.

Dazu das Übliche an Kriegen,
Konflikten, Morden, Reiberein.
Im Fußball unsre Jungens siegen.
Der Dingsda wechselt den Verein.

Das Wetter: Regnerisch und trübe.
Und Vorsicht: Wind mit starken Böen!
O Hörer, in Geduld dich übe:
Erst nächste Woche wird es schön.

Der Infos ausgewählte Karten:
Ein Mix aus böse und banal.
So lässt Int’resse sich erwarten –
zumindest für dies eine Mal.

Mit aufgestellten Ohren lauschen
wir in den Äther Tag für Tag,
wo Stimmen auf uns niederrauschen
mit stolperfreiem Zungenschlag

Die kurze Wahrheit zu verkünden,
die unsre Gegenwart beschwört –
und den Verdacht auch zu begründen,
das hätt man immer schon gehört.

„Und jetzt die Nachrichten von heute:
Finanzausgleich umstritten noch.
Im Schnee ersticken Land und Leute.
Frau X nimmt ihren Hut nun doch.“

Der rote Schal

Der rote SchalWie kann man sich als wichtig outen,
sofern das Outen einem liegt?
Gewiss im Bunten und im Lauten,
das schwerer als Charakter wiegt.

Das Outfit spielt die größte Rolle.
Schon der Pullover, schon der Schal!
Am besten macht sich Lämmerwolle
aus renommiertem Highland-Tal.

Und farblich muss es richtig knallen,
mit Grau bist du schon quasi tot.
Kein Mensch denkt gern an Mausefallen,
doch jeder liebt gestricktes Rot.

So’n Fetzen um den Hals geschlungen,
mit dunklem Mantel im Kontrast,
ist für des Volks Bewunderungen
gewiss die halbe Miete fast.

Geheiligt sei die Bügelfalte,
der Sitz des Sakkos stets korrekt
und züchtig zu die Hosenspalte,
die sonst obszöne Witze weckt.

Die unvermeidliche Krawatte
(hier ausnahmsweise mal dezent)
fall lotrecht wie ‘ne Gartenlatte,
die man von fleiß’gen Schrebern kennt.

Dann gilt’s mit Würde noch zu tragen
die modisch-ausgefeilte Tracht,
stocksteif gerade aufzuragen,
das Kreuz auf Vordermann gebracht.

Auch geb man vornehm und gelassen
sich in Gebärde und Gesicht,
bereit, Probleme anzufassen,
an denen jeder sonst zerbricht.

Die Zunge gilt es, gut zu hüten,
dass sie nur rede mit Bedacht
und in den Ruf dich bringt, zu brüten
auf allem mit Verstandesmacht.

Ich denke mal, dies ist der Boden,
aus dem Bedeutsamkeit erblüht
(in andren Landen dient auch Loden
als Grundstoff für das VIP-Gemüt).

Der wundersamen Kunst zu täuschen
mit Kleidung, die das Urteil lähmt,
ich komm ihr hier mit Störgeräuschen,
die ich poetisch nur verbrämt.

Denn wenn die Leute ehrlich wären,
begreifend ihre Laus-Natur,
sie trügen Zeug, das hart und hären,
so wie die Brüder mit Tonsur.

Hinter den Fassaden

Hinter den FassadenDa ragen sie, die Hausfassaden,
der stärkste Sturm weht sie nicht um,
mit Ziegeln bis zum First beladen
in Reihen um die Luken rum.

Sind sie nicht wahre Pyramiden,
den Wettern trotzend und der Zeit,
von jenen Bauten nicht verschieden
im Balsamstein der Ewigkeit?

Ihr Stolz: sich nie gerührt zu haben
vom Fleck, an den man sie gepflanzt,
wie Burgen ohne Wall und Graben,
die hinter Schweigen sich verschanzt.

Seit Jahren hab ich sie beim Wickel,
belagernd sie mit meinem Blick,
doch keine Bresche schlägt mein Pickel
in dies Gemäuer, dumpf und dick.

Was mag dahinter sich verbergen?
Ein Hofstaat, üppig und galant,
der Fürst mit Narren und mit Zwergen,
ein Windspiel an erlauchter Hand?

Ein Ritter, der mit steter Fehde
den knappen Haushalt unterhält
und trotz der Weiber Widerrede
auch Kunkelmagen überfällt?

Womöglich gar ein Hexenmeister,
mit Mächten, schauerlich, im Bund,
ein Nekromant und Herr der Geister,
dem tausend Zaubersprüche kund?

Doch Fantasie einmal beiseite,
soweit sie bunte Märchen spinnt –
selbst wenn ich ihn im Heute reite,
mein Pegasus auf Hafer sinnt.

Wohnt da ein Manager am Ende,
der seinen Aufenthalt verhehlt,
damit im Schutze dieser Wände
er sorglos seine Kohle zählt?

Ein Krimineller alter Schule,
der gern in Hinterzimmer flieht,
dass aus gefülltem Zockerpoole
er fette Euro-Fische zieht?

Vielleicht ein Mime, eingeschlossen,
der sonst das Publikum nicht scheut,
der Paparazzi doch verdrossen
sich hier privater Stille freut?

Oder vielmehr ‘ne alte Dame,
der’s eher klösterlich behagt
und die der Welt und ihrem Krame
in heil’ger Jungfernschaft entsagt?

Die einz’ge Art, es rauszufinden:
Mal hinter die Kulissen sehn.
Ich müsste mich nur überwinden
und, um zu klingeln, rübergehn.

Was mich erwartet? Kann’s vermuten:
Kein Stück in hoffmannscher Manier –
die braven Bürger nur, die guten:
der Koch, der türkische Barbier.