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Wieder nichts

Wieder nichtsSo viel wurd neuerdings gemunkelt,
dass lang die Welt nicht mehr besteht,
weil sie sich schwuppdiwupp verdunkelt
und mir nichts dir nichts untergeht.

Da will ich für den Fall der Fälle
gewappnet sein fürs sel’ge End
und kliere hier noch auf die Schnelle
mein kreuzgereimtes Testament.

„Sofern nach Ablauf von Äonen
sich wiederholt der Schöpfungsakt,
solln fern’re Generationen,
finden sie denn dies Artefakt

Es besser mir in Ehren halten,
als meine Gegenwart es tut –
als Blumengruß von einem „Alten“,
der irgendwo im Kosmos ruht.

Auch will ich keineswegs verhehlen,
dass ich der Welt es nicht verarg,
sich Knall auf Fall davonzustehlen,
war sie verfault doch bis ins Mark.

Der neuen, folgend ihrem Fuße,
wünsch ich viel Glück auf ihrem Weg,
vor allem aber, dass auf Muße
und Poesie mehr Wert sie leg.“

Oh, Mitternacht schlug grad die Stunde:
der Tag des Zorns vorbei, vorbei!
Das heißt wir leben noch ‘ne Runde –
ein Prosit dir, mein Konterfei!

So dicht ich weiter notgedrungen,
begreifend nun die Prophetie:
Das Ende, das die Maya sungen,
galt vor der Zeit – und nur für sie!

Kollegen

KollegenIhr kennt es ja: Indes ich schreibe,
steigt unversehns die Flut der Nacht.
‘s wird zehn, elf, zwölf – ich aber bleibe,
bis ich mein Musenstück vollbracht.

Inzwischen ist es still geworden.
Kaum Autos noch in leichtem Trott.
Der Bürger sitzt, genährt mit Morden,
entspannt vor seinem Bildschirmgott.

Der Himmel zeigt mir tausend Sterne,
die zwinkern mir vertraulich zu.
Ach, ich besuchte sie so gerne,
hielt nur so lange auch mein Schuh!

Es muss mir reichen, hinzufliegen
alleine mit Gedankenkraft –
doch viel ist da nicht rauszukriegen
so ohne Tricks der Wissenschaft.

Ich schau, um’s ehrlich zu bekennen,
vorm geist’gen Aug kein Paradies,
nur Flurn, die brodeln oder brennen,
dass sich’s da höchstens sterben ließ.

Und falls um diese Feuerbälle
Planeten zögen ihren Kreis,
dann wären sie auf alle Fälle
für uns zu eisig oder heiß.

Schon gut, dass in den ew’gen Räumen
kein Meilenstein wohin uns führt;
so können wir denn weiterträumen,
von Tränen goldnen Lichts gerührt.

Doch dort auf einer von Millionen
mal Millionen Galaxien
wird sicher auch ein Dichter wohnen,
der an mich denkt wie ich an ihn.

Ich sehe ihn zur Feder greifen,
sein Blatt beschreiben wie ich jetzt.
Und sein Gedanke würd mich streifen –
hätt Einstein nicht die Zeit versetzt!

Kabinettstückchen

KabinettstückchenIch hörte neulich da was läuten,
dass es uns merk(e)lich besser geht,
doch will ich dieses besser deuten,
weil es sich nicht von selbst versteht.

Es stimmt: Die Steuern sind gesunken
und goldner wurde mancher Schatz –
doch nicht um einen müden Funken
beim Volk: allein beim Spitzensatz.

Auch wahr: Wer Zahlungen versäumte,
die an den Staat zu leisten sind,
der bleibt fast straflos – falls er räumte
sein Geld in einen Auslandsspind.

Auch ist nicht von der Hand zu weisen:
Not findet immer mehr Gehör.
Doch jene nur in Bänkerkreisen,
vorzüglich für den Bankrotteur.

Und, klar, wünscht jeder Volksgenosse,
dass wen’ger Regulierung sei.
Erfüllt. Zumindest für die Bosse –
als Freibrief für mehr Schinderei.

Die Folgen, die sich draus ergeben:
Fast jeder hat jetzt Lohn und Brot.
Und reichen diese nicht zum Leben,
tut es der Zweitjob doch zur Not.

Zum nächsten wicht’gen Punkt, dem Wohnen:
Auch hier wurd fleißig reformiert.
Int’ressen sind noch mehr zu schonen –
des Wirts, der nach mehr Miete giert.

Nun, die Erfolge dieser Jahre
sind nicht nur so dahergesagt:
Statistik fasst in zahlenklare
Beweise sie, die hinterfragt.

Die Mittelschicht hat bluten müssen,
und abwärts ging die Reise meist,
um ihm den Hintern jetzt zu küssen,
dem Teufel, der „Bedürftig“ heißt.

Die Reichen trafen’s umso besser.
Dem zweiten Porsche folgt der Jet.
Langusten, Hummer, goldne Messer.
Da hungert sich kein Kind zu Bett.

Im bundesweiten Umverteilen
geht merk(e)lich vor man mit Bedacht:
Die schlimmsten Wirtschaftswunden heilen
lässt die man, die sie beigebracht.

So kann man’s Volk legal berauben –
das dabei auch noch stille hält:
Es schenkt dem Lügenmärchen Glauben,
gerecht sei unsre Arbeitswelt.

Und wer so blöd ist, nicht zu merken,
wie man ihn schamlos hintergeht,
wie soll der bei der Wahl nicht stärken
die Kraft, die ihm den Hals umdreht?

Ach, unsre pfiff’gen C-Parteien
erfanden diesen Teufelskreis:
Je wen’ger Bildung für die Laien,
desto mehr Ja für ihren Scheiß.

Ihr Motto: „Friede den Palästen,
den Hütten Krieg!“ Mit einem Wort:
den Unternehmer weiter mästen,
der Arme helf sich selber fort!

Wann nimmt das Volk, damit’s gedeihe,
des Wahlscheins Hammer in die Hand,
dass es mit einem Schlag befreie
dies merk(e)lich Ungelobte Land?

Zeitläufte

ZeitläufeSchon wieder Mittwoch; und erst gestern
hat auch den Tag man so genannt!
Sind es nicht Brüder alle, Schwestern,
sich alle ähnlich und verwandt?

Wie sie denn auseinanderhalten?
Sie zeigen mir nur ein Gesicht:
am Tag Beton und Mauerspalten,
das Gleiche nachts bei Neonlicht.

Dazu in ständ’gem Wiederkehren,
genauso monoton und stur,
die Zeiten, die sich vierfach jähren
im raschen Wandel der Natur.

Da steigt aus einem Meer von Blüten
ein junger Gott, der Frühling auf
und lässt die Vögel wieder brüten
und den Gefühlen ihren Lauf.

Doch kaum hat er die frost’ge Erde
zu neuer Lebenslust entfacht,
hat ihm das ew’ge Stirb und Werde
auch selbst den Garaus schon gemacht.

Triumph der Sonne: Sommertage
mit Licht und Lerche überm Feld;
wo alles reift, indes die Waage
schon früchteschwer zum Herbste fällt.

Dann müssen sich die Blätter färben,
dann stirbt, was erst der Lenz gesät:
Zeit des Verfalls – die zu beerben
der Winter schon gestiefelt steht.

Des Kosmos ew’ges Fliehn und Kreisen,
hier findet es gespiegelt sich:
ein Globus immer nur auf Reisen,
der Zeit nicht achtend, die verstrich.

Mag er sie meinethalb verschwenden,
er hat davon weiß Gott genug –
doch meine wird in Kürze enden
und schwindet dennoch wie im Flug!

Hab ich von Mittwoch grad gesprochen?
Auch er schon fort wie weggefegt:
Ein neuer Tag ist angebrochen.
Dem Dichter keine Stunde schlägt.

Noblesse

NoblesseWir wollen Grandseigneur ihn nennen,
denn was dem Nachbarland gefällt,
es passt auch diesseits der Ardennen
für einen, der auf Würde hält.

Wenn also wir zunächst beschauen,
was jener auf dem Leibe trägt,
dann können wir den Augen trauen,
wenn alles mehr ins Graue schlägt.

Von feinstem Tuch sind die Gewänder,
die seinem Körper er verehrt,
erzeugt durch jene kargen Länder,
wo man die beste Wolle schert.

Doch nicht in diesen schrei’nden Tönen,
mit denen sich der Pöbel ziert
und wie sie den Geschmack verhöhnen,
der in der Würze sich verliert!

Für einen solchen Distinguierten
geziemt sich nicht die bunte Schau;
er ist wie alle grau Melierten
das Gegenteil von einem Pfau.

Nun ja, so kleine Eitelkeiten
sind unserm Helden auch nicht fremd:
Monokel, um den Blick zu weiten,
ein Kettchen vorm gestärkten Hemd

Krawatte mit beperlter Nadel,
Manschettenknöpfe mit Brillant –
von Kopf bis Fuß gediegner Adel,
womöglich gar der Queen verwandt.

Und so wie die gewebten Waren
die eines bleichen Pierrot,
so sind auch Sprache und Gebaren
gemessen stets und comme il faut.

Er hält sich jederzeit im Zaume,
ein Muster der Besonnenheit;
geht stolz und steif in jedem Raume,
den man ihm als Kulisse leiht.

Wenn er mit jemand Worte wechselt,
dann mit gekonnter Bonhomie –
niveauvoll, aber nicht gedrechselt,
gehoben, doch nicht mit Chichi.

Kurzum, er fühlt sich überlegen
und freut sich seiner Dominanz,
tritt huldvoll aller Welt entgegen
und hält sie tunlichst auf Distanz.

Hat er vielleicht verborgnes Wissen,
gemurmelt aus Orakelmund,
sein feiner Zwirn würd nie zerrissen –
so täten es die Parzen kund?

Dass so er von erhöhter Warte
die eitle Welt belächeln kann,
weil selber er die Eintrittskarte
zum ew’gen Leben schon gewann?

Oder ist schlicht er nur ein Blender,
ein billiger Noblesse-Verschnitt,
‘ne bessre Art Klamottenständer,
der Menschliches nur stellvertritt?

Falls Delphi, hat zu seinem Schaden
missdeutet er die Raunerei:
Zerrissen wird er nicht, der Faden –
man schneidet einfach ihn entzwei!

Und dennoch ist er zu beneiden:
Gelassen steckt er alles weg.
Den Tod selbst würd er still wohl leiden –
doch, Jesses, keinen Soßenfleck!

 

Abendstille an Nikolaus

Abendstille an NikolausSo undurchdringlich ist die Stille,
als hätt die Ohren ich verstopft,
dass in des Lauschens Wunsch und Wille
der Puls nur seine Seufzer klopft.

Verlass mich also auf die Augen,
die Außenwelt zu kontaktiern,
doch wolln auch sie mir nicht mehr taugen,
so voll von Schleiern und von Schliern.

Vom Nebel? Doch woher dies Flirren
wie Hitze, wenn die Sonne brennt?
Nein, feinste Flöckchen sind’s, die schwirren
vom schneeverhangnen Firmament!

Ich schau und seh die Bürgersteige
schon weiß von ihrer frischen Last
und auch die Äste und die Zweige
mit Kandiskrusten eingefasst.

Die paar Karossen, die noch fahren,
bewegen sacht sich, mit Respekt,
darüber sichtlich sich im Klaren,
dass Eis an ihren Sohlen leckt.

Schon schnitten sie sich eine Schneise
durch diese kristalline Schicht,
zwei breite parallele Gleise,
die funkeln im Laternenlicht.

O dieses Tuch, das alle Maße
gewebten Leinens übersteigt,
es macht den Anblick solcher Straße
romant’schen Seelen selbst geneigt!

‘ne Handvoll Schnee, und schon verwandelt
in einen Festsaal sich die Welt,
die, von Asphalt und Stein verschandelt,
so die Natur zurückerhält.

Die Stille scheint noch zuzunehmen –
als hielte wer den Atem an,
weil da miteins noch Dinge kämen,
die der Verstand nicht fassen kann.

Wer weiß, wenn endlich dann inmitten
der Nacht der letzte Laut verklang,
fährt ungesehn mit seinem Schlitten
der heil’ge Nikolaus hier lang!

Pseudokrupp

PseudokruppGranaten, Mörser, Panzerwagen,
Raketen, die in Häuser schlagen:
Profit!

Liegst mit dem Nachbarn du im Streit,
ihn schlichtet deutsche Wertarbeit:
Profit!

Du willst dir wen vom Halse schaffen,
da helfen deutsche Friedenswaffen:
Profit!

Wie tötet man Soldaten?
Lass dir von Deutschland raten:
Profit!

Wenn Fraun und Kinder sterben,
sich Windeln blutig färben,
wenn tausende verrecken
und wir dahinterstecken:
Profit!

Zu Wasser und zu Lande
enthüllt sich unsre Schande:
Die wir vorm Krieg uns zieren,
en gros ihn exportieren:
Profit!

Gewehr’ nur für Gebiete,
die frei sind von Gewalt?
Das ist die halbe Miete,
dass bald auch hier es knallt:
Profit!

Und unsre Waffenschieber,
die schlafen nachts noch gut?
Ja, Leute von Kaliber
erschrecken nicht vor Blut.
Wie andere Zitronen,
verhökern sie Kanonen:
Profit!

Die diese Deals erlauben,
sie gurrn wie Friedenstauben
und „unbedenklich“ heucheln,
wenn unsre Kugeln meucheln.
Der Staat kassiert ja Steuern,
wenn die Geschütze feuern
und macht auch seinen Schnitt:
Profit!

Die schlimmsten deutschen Güter
sind keine Ladenhüter;
sie gehen gern auf Reisen,
ihr Herz aus Stahl und Eisen
verkraftet jeden Ritt.
Der Tod fährt mit:
Profit!

Die Waffen helfen sterben,
sind Spielzeug nicht aus Holz.
Sind wir denn Nazi-Erben,
genauso kalt und stolz,
dass wir nicht sehn die Wunden,
die einst wir selbst empfunden?
Für schäbigen Profit!

O Schmach dem deutschen Wesen,
an dem, statt zu genesen,
die Welt krepieren muss;
der Heimat der Betreiber
global zerfetzter Leiber,
erstickt im Judaskuss.

O bitter zu erkennen,
dass morden wir und brennen,
schön weit vom Schuss entfernt.
Aus Deutschland dieser Meister,
er treibt es wieder dreister,
er hat’s noch nicht verlernt!

 

Traumwein

Traumwein„’nen Franzen mag kein Deutscher leiden,
doch seine Weine trinkt er gern“ –
ich würd den Wortlaut nicht beeiden,
doch ist von Goethe er im Kern.

Von so ‘nem Kopfe ‘ne Sottise?
Ich hoff, er hat’s nicht so gemeint,
sonst spräche ja ein Geistesriese
wie’n Blödmann vom ererbten Feind!

Nun ja, ich hock hier vor ‘nem Roten,
der auch nicht aus teuton’schem Land,
doch allerbestens zu benoten –
aus Neu-Kastilien hergesandt.

Da hat die Sonne drauf geschienen,
die einst dem Ritter auch gelacht,
der, seiner Dame ernst zu dienen,
zum fahr’nden Narren sich gemacht.

Noch heut sind seiner Heimat Hügel
von Mühlen hier und da bedeckt,
dern morsche, windzerzauste Flügel
des Edlen Lanze wohl geschmeckt.

Wiewohl ich hier im Dunkeln tappe:
Vielleicht trank er schon diesen Wein,
genauso wie sein treuer Knappe,
der maulend ritt ihm hinterdrein.

Fühl ich doch selber, wie zum Träumen
von ihm ich mich verführen lass.
Drum nicht mehr in La Mancha säumen –
auf, Rosinante, zum Parnass!

 

Rechtsstaat

RechtsstaatWenn der Arme dem Reichen schenkt, dann lacht
der Teufel.

Italienisches Sprichwort

Du glaubst, es geht mit rechten Dingen
und hübsch geregelt seinen Gang
von Flensburg bis nach Sindelfingen,
von Zwickau bis nach Hindelang?

Das heißt das Land, in dem wir leben
mit ‘nem perfekten Staatsorgan,
sei stets bemüht, sich abzuheben
von Birma und Tadschikistan?

Verbal gewiss. In tausend Worten,
die mit Emphase vorgebracht
an tausenden verschiednen Orten,
an denen Politik gemacht.

Doch Vorsicht, alles nur Fassade:
Hier hat die Lüge Konjunktur.
Für die ist keiner sich zu schade,
der scharf auf fette Pfründen nur.

Da gilt’s den Eindruck zu erwecken
in Reden, sorgsam ausgefeilt,
des Ganzen Wohl nur zu bezwecken,
wobei die Lasten man verteilt.

Ach, nee. Doch lässt geschickt man offen,
wie die Verteilung funktioniert.
Die Wahrheit nämlich macht betroffen:
Allein das Volk wird angeschmiert.

Die eh genug im Säckel haben
des Fiskus dieb’sche ELSTAR schont,
doch fressen den dieselben Raben,
der hungermäßig nur entlohnt!

Soll man es demokratisch heißen,
wenn einem, der den Staat beklaut,
statt ihm die Weste zu entweißen,
man goldne Steuerbrücken baut?

Soll man es demokratisch nennen,
wenn Brüdern man, profitverliebt,
die Geld in großem Stil verbrennen,
stets neues in den Hintern schiebt?

Soll es für demokratisch gelten,
wenn sich der Reichen Sore mehrt,
indes für Schulden, die geschwellten,
der Staat die leersten Taschen leert?

(‘ne „Reichensteuer“ hierzulande
bekäm ‘ne Chance im Kabinett
im Sinn nur, dass dem reichen Stande
der arme noch zu geben hätt!)

Und heißt es demokratisch handeln,
wenn schriftlich man die Not fixiert,
nur um die Fakten zu verschandeln,
indem man sie zurechtfrisiert?

Das ist mir ja ein schöner Laden,
in dem auf wundersame Art
(fürs Kapital, dem Volk zum Schaden)
das ganze Geld auf „Klassenfahrt“!

Was soll’s indes – nur Spiegelfechten.
Stumm lässt sie melken sich, die Kuh.
Mit Dingen geht es schon, mit rechten,
das heißt mit linken wen’ger zu!

 

Planung

PlanungPunainen mökki, peruna maa
(„Rotes Häuschen und Kartoffelfeld“, d. h. genug fürs Leben),
finnisches Sprichwort

Hab ich mir jemals groß Gedanken
über den Lebensweg gemacht?
Mein Ehrgeiz hielt sich stets in Schranken,
mein Sinn stand nie nach Prunk und Pracht.

Was lernen, ‘nen Beruf ergreifen,
der mir gefällt und mich ernährt,
auf alles andre konnt ich pfeifen;
Karriere? Muster ohne Wert.

Gemächlich und in Frieden leben
mit jemand Liebem im Verein;
auf Macht nichts und auf Mammon geben,
ein Mensch nur unter Menschen sein.

So war auch nie ich mir im Klaren,
was einmal aus mir werden sollt –
wo zu Dentisten und Notaren
die meisten wurden doch gewollt!

Zu Ärzten und zu Professoren,
zu Ökonomen, Ingenieurn,
um in ‘nen Job sich zu verbohren,
auf dessen Rang und Ruf sie schwörn.

Ich ließ mich einfach immer treiben
von Neugier, Neigung, Lethargie,
um stets ein Vagabund zu bleiben
im Märchenland der Fantasie.

So mocht es wohl für Nahrung reichen,
doch nicht für Gold und Ehrenpreis.
Der Zufall stellte mir die Weichen –
bis hin zum Rentnerabstellgleis.

Doch hier, von jedem Zwang entbunden,
mich zu erklärn für dies und das,
hab endlich ich mein Ziel gefunden:
den Musen dienen, dem Parnass.