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Vor dem Richterstuhl

Vor dem Richterstuhl, Honore DaumierHeut will ich eurer, Sänger, hier gedenken,
die ihr Apollos liebste Schüler seid,
ganz vorn auf des Parnassos stein‘gen Bänken,
das Rohr, die Lyra immer griffbereit.

Ich muss nicht lang euch erst beim Namen nennen,
die Tür an Tür ihr im Gedächtnis wohnt
der Menschen, die zum Worte sich bekennen,
das hoch über geschwätz‘gen Zungen thront.

Erlaubt mir, diese Zeilen euch zu weihen –
nicht als Votant, der euch um Segen fleht,
doch dass ihr meinen ständ‘gen Kritzeleien
mal musenkritisch auf die Pfoten seht.

Die hier ansonsten über Künste richten,
mir schleierhaft, wie ihren Spruch sie fälln!
Ob Goldschnitt, Ledereinband sie gewichten,
ob sie im Stillen Horoskope stelln?

Ob sie ergründen der Gedanken Tiefe,
den Klang empfinden, der sie stützt und trägt?
Ihr Lächeln schenken sie, doch dieses schiefe,
das seine Absicht selber widerlegt.

Unsterbliche, ich fleh euch um ein Zeichen,
mir zu gebieten „Weiter!“ oder „Halt!“ –
ein winziges, es würde mir schon reichen,
sofern es unverkennbar mir nur galt.

(Hier denkt euch eine Pause eingeschoben,
die vierzig, fünfzig Versfuß so umfasst,
dass die Juroren im Gewölk da oben
ihr Urteil bilden können ohne Hast.)

Ihr schweigt noch? Soll ich etwa selbst mich preisen
als einen Sangesbruder von Talent,
als Vater einer muntren Schar von Weisen,
die es wohl wert, dass sie Bewundrer fänd?

Ihr schweigt? Wollt ihr mich auf die Folter spannen
der Ungewissheit, die das Herz zernagt?
Oder passierten euch vielleicht gar Pannen,
dass ihr die Sache vorderhand vertagt?

Ihr schweigt? Ach, endlich habe ich’s begriffen!
Genau das eben ist als Wink gemeint!
Heißt’s nicht Wer schweigt seit alters schon geschliffen,
der offensichtlich zuzustimmen scheint?

Übergangsphase

ÜbergangszoneO einz’ge Leserin, verzeih –
ich weiß dir nichts von Nacht zu sagen;
Azur liegt lastend noch wie Blei
den Dächern auf dem spitzen Magen.

Das Auge schweift, doch nirgendwo
kann es des Mondes Schädel schauen,
nur Blau, das seiner selbst nicht froh,
schon anfängt, grämlich zu ergrauen.

Nur hier und da glimmt schon der Schein
gedämpfter Lichter durch die Fenster,
und Schatten gehn da aus und ein
wie huschend häusliche Gespenster.

Die Fahne flattert auf dem Dach
vorn nackten Ästen der Antennen,
sich eitel windend tausendfach,
ihr Schwarzrotgold stets zu bekennen!

Und was fürn weicher Schimmer hält
die Hausfassaden noch umschlungen –
so wie der Schnee bisweiln erhellt
des Winters kühle Dämmerungen!

Des Tages Puls geht stiller schon.
Geschäfte wolln der Muße weichen.
Die Straße kann nach Volk und Phon
nur schwache Werte noch erreichen.

Doch noch ist, Leserin, nicht Nacht,
die Zeit nicht dieser bangen Stunden,
da sich der Schatten Übermacht
zur tiefsten Finsternis verbunden.

Wie gern würd ich dir im Poem
der Sonnenferne Abgrund schildern,
des Pechkohlrabenschwarz Extrem,
statt schummernd nun den Strich zu mildern.

Das heißt indes im Themenbuch
‘ne neue Seite aufzuklappen:
Ich wag ihn gerne, den Versuch,
doch erst einmal muss Luft ich schnappen.

Im Strom der Zeit

Im Strom der ZeitSchon wieder so ein Tag verklungen;
klammheimlich kam wie stets die Nacht.
Um Wort und Reim hab ich gerungen,
‘nen Deubel an die Uhr gedacht.

Kann man der Zeiten Strom nicht halten,
nicht hemmen diese Stundenflut?
O wärn im Worte doch Gewalten,
wie sie für so ein Wunder gut!

Da werd ich wohl noch üben müssen,
das kriegt man nicht so leicht gewuppt,
so Teiche voller Frösche küssen,
bis einer sich als Prinz entpuppt.

Wär‘s besser nicht, mit tausend Taten
zu stopfen diese hohle Frist,
als stillen Geistes zu durchwaten,
was müßig nur noch kürzer ist?

Als Feldherr an der Truppe Tête
im Sturm erobern Reich und Ruhm!
Wenn’s mir mein Sanftmut nicht verbäte,
der Gift ist für so‘n Heldentum.

Das Staatsschiff durch die Fluten steuern,
Kaptein und zweiter Mann nach Gott!
Müsst ich mein Herz nicht runderneuern:
Intrige lieben und Komplott.

Als Mime mich der Welt empfehlen,
Applaus und Bravo süß im Ohr!
Käm nicht der Hang, mich fortzustehlen,
stets meiner Eitelkeit zuvor.

Im Wettkampf alle überwinden
für Lorbeer aus Olympias Hain!
Hätt ich nicht Angst, mich fest zu binden,
und wär’s an einen Turnverein.

Der Menschheit neue Wege weisen
mit Forscher- und Erfindergeist!
Doch wie auf einem Ticket reisen,
das nur noch mehr Geschäft verheißt?

O dass ich große Wahrheit lehrte
und so die Welt zum Heile führ!
Wenn ich’s nicht besser fänd, ich kehrte
bescheiden vor der eignen Tür.

Ihr seht, ich komm hier nicht zu Potte,
fürs Ew‘ge fehlt mir das Talent.
Gemächlich folg ich meinem Trotte,
der sich in Träume nicht verrennt.

Ihr merkt es auch an meinen Zeilen,
die sicher schon ganz hübsch so weit –
und dennoch muss ich noch dran feilen:
Braucht nicht auch Gutes seine Zeit?

Im feuchten Grün

Im feuchten GrünWillkommen warst du, 1. Mai,
der Arbeit Feiertag,
da ich, von dieser Pflicht ja frei,
noch lang zu Bette lag.

Die Uhr ging schon auf Mittag zu,
ich glich noch einem Troll,
als jäh in diese Festtagsruh
das Telefon erscholl.

Und langer Rede kurzer Sinn:
Man kommt zu dem Entschluss,
dass, Regenwolken her und hin,
man heut nach draußen muss.

Ich mähte mir die Stoppeln weg,
besetzte kurz das Klo,
empfahl der Dusche meinen Dreck
und schafft‘ es grade so.

Ding! Ding! Schon war mein Lilchen da
und gabelte mich auf
und zog zum Volkspark Altona
den Autoknüppelknauf.

Was hat man da ins Aug‘ gefasst?
‘ne Luftkur mit Ozon?
Nein, erst einmal ‘nen Klops verprasst
vorab als Wanderlohn.

Doch wie wir kauten mit Genuss,
ein jeder seinen Kloß,
entlud der Himmel einen Guss,
als wär die Hölle los.

Da war’s ein Glück, dass eingekehrt
wir vor der „Lauferei“.
Als unser Teller dann geleert,
war schon der Spuk vorbei.

Jetzt aber in den Wald hinein
mit leicht beschwingtem Schritt,
auf weichem Wege hüpft das Bein
und unsre Seele mit!

Was steht denn da so lindengrün,
von Licht und Farbe satt?
’ne Eiche, folgerte ich kühn,
das sieht man doch am Blatt!

Das ging indes ein Weilchen bloß,
wir warn noch gar nicht weit,
als aus der Wipfel schwülem Schoß
kam Regen angeschneit.

Wir fanden gleich ’nen Unterstand
und blieben ungenässt.
Die Schauer schlugen unverwandt
ins triefende Geäst.

In einer trüben Flut versank
der Rest vom 1. Mai –
doch ich, ich hatte Gott sei Dank
den Sonnenschein dabei!

Die Felsenbirne

Die FelsenbirneSchon streut sie die zerrupften Blüten
in krausen Flocken übern Weg,
dem Wind sie lassend, seinem Wüten,
dass er wie Staub davon sie feg.

Wie strahlend lag ihr grad die Krone
noch majestätisch auf dem Haupt,
da man ihr jetzt, schon beinah ohne,
die alte Fülle nicht mehr glaubt.

Doch was uns bei der Felsenbirne
so schmerzlich in die Augen sticht,
gilt unserm wissenden Gehirne
nicht als das letzte Weltgericht.

Das Feuerwerk nur ist verglommen,
mit dem der junge Lenz beglückt.
Jetzt schweigt er. Muss zu Atem kommen.
Hat sich beileibe nicht verdrückt.

Schon sieht man sich in Knospen regen
der neuen Blüte Lebenskraft,
die wie die Küken aus Gelegen
beharrlich ihren Durchbruch schafft.

Die Osterglocken sind verklungen,
des Krokus Kelche längst geleert,
verblasst schon zu Erinnerungen,
obwohl noch längst nicht mal verjährt.

Der Frühling, dieser eitle Bube,
der’s möglichst bunt und knallig liebt,
drückt ständig auf die Farbentube,
die immer frisch ihm Schönheit gibt.

Kornelkirschfarbengelbe Blässe,
Magnolienweiß und Violett –
das war ihm gestern von Int‘resse,
heut ignoriert er es komplett.

Jetzt will er, dass in frischem Grüne
wie eine Wiese vor dem Schnitt
der Ahorn diese Blütenbühne
mit seinem Zackenblatt betritt.

Und dass die Kerzenblütenkette
dann die Kastanie wieder reckt,
als ob dem Weihnachtsbaum wer hätte
schon jetzt die Lichter aufgesteckt.

So geht es fort in buntem Reigen,
Ranunkel, Löwenzahn und Mohn,
als wollte die Natur uns zeigen
der Schöpfung Musterkollektion.

Heut legt der Regen seinen Schleier
in grauen Schwaden um die Welt,
dass diese schöne Frühlingsfeier
vorübergeh’nd ins Wasser fällt.

Muss ich als Unglück es empfinden?
So tragisch nehm ich nicht die Flut!
Am Ufer warten Ackerwinden,
erwartet mich der Fingerhut.

Gelassen, himmlische Najaden,
ich euren faden Nektar trink,
bevor an sonnigen Gestaden
in neuen Blüten ich versink!

Selbstporträt

Selbstporträt, Francis BaconSo ehrlich möchte ich mich zeigen
mit Worten auf Papier,
dass von den Zügen, die mir eigen,
nicht einen ich verlier.

Wie Meister Rembrandt ungelogen
sich seiner Kunst gestellt,
will Furchen, die die Zeit gezogen,
enthüllen ich der Welt.

Indessen wie den Anfang machen?
Gibt es nicht hunderttausend Sachen,
die so ein erster Pinselstrich
beginnen könnte meisterlich?

Am besten start ich mit dem Alter,
das ist ’ne Basis schon:
Der höchste Personalverwalter
schickt bald mich in Pension.

O weh, ein Kerl von solchen Jahren
hat doch ’ne Menge schon erfahren,
was auf dem werten Angesicht
in lust’gen Fältchen zu uns spricht!

Das muss ich jedenfalls bekennen:
Der Teint ist längst versaut.
Mag‘s jemand rau und männlich nennen,
ich nenn es alte Haut.

Und was da oberhalb der Stirne
den Schädel einst gedeckt,
hat rings sich um die nackte Birne
als Kränzlein ausgestreckt.

Wenn wir dann etwas tiefer schauen
an der Apollgestalt,
dann finden auf den Lymphen-Auen
ein Hügelchen wir bald.

Gewiss, gewiss, das sind Symptome,
wie sie in seinem Lebensstrome
wohl jeder mal erfährt,
der sich der Mündung näh‘rt.

Adonis bin ich nie gewesen,
doch was sie jetzt im Spiegel lesen,
die Augen, deprimiert,
sie beinah schon geniert.

Nur noch ein Schatten jener Tage
mit leidlicher Figur,
da keine überdrehte Waage
mir riet zur Hungerkur.

Die ungefügen Biomassen,
die kaum noch in die Hose passen,
ob Schicksal oder Schuld,
ich trag sie mit Geduld.

Nun, wenn denn dies schon alles wäre,
ich pfiff darauf wohl glatt,
doch in dem Buch der Krankheitslehre
ist auch für mich ein Blatt.

Ich muss mich nicht in Qualen winden
mit was wie Gallenstein,
doch seh dafür mir sacht entschwinden
den klaren Augenschein.

Das gilt auch für die Kunst zu hören,
die offenbar schon litt,
dass, lauschte ich den „drei Tenören“,
nur zwei bekäme mit.

Will jemand sich mit den Gebrechen
für meines Lebens Laster rächen?
Bin ’n kleiner Sünder bloß –
die Strafe wär zu groß.

Mehr möchte ich indes nicht schildern,
jetzt brauch ich meine Ruh –
malt euch in euren eignen Bildern
noch dies und das dazu!

Viel ehrlicher kann ich’s nicht sagen
als mit den Zeilen hier –
wär’s wohl auch mut’ger aufgetragen
auf Leinwand statt Papier!

Hirt am Himmel

Hirt am HimmelWie einsam muss er sich da fühlen
am weiten Firmament,
wo Strahlen ihn so matt umspülen,
dass schwächlich er nur brennt.

Da wandert er bei Nacht alleine
und rüstig unentwegt,
obwohl der Sterne Stolpersteine
in Massen ausgelegt.

Und gleitet unbeirrbar weiter
auf seinem krummen Flug,
als einz‘ger treuer Wegbegleiter
sich selber wohl genug.

Den Dächern, eben erst erstiegen,
eilt er schon weit voraus.
Ganz losgelöst sieht man ihn fliegen
im Dämmer letzten Blaus.

Worüber mag der Ärmste grübeln,
schwebt er so still einher?
Ich würd’s ihm nicht einmal verübeln,
wenn er verbittert wär.

Er kreist nur immer um die Erde
wie ’n treuer Hirtenhund
und zähmt doch nicht die Hammelherde
da unten auf dem Grund.

Doch redet er von seinem Jammer?
I wo, nicht eine Spur –
beleuchtet friedlich manche Kammer
und freundlich die Natur.

Kann so viel guter Wille währen
und Liebe, ungeliebt?
Was wissen wir von diesen Sphären,
die Finsternis umgibt?

Er wird wohl noch in tausend Jahren,
wenn unsres nicht mehr schlägt,
in seinem Herzen still bewahren,
was wirklich ihn bewegt.

Das Montagsgefühl

Das Montagsgefühl, Gustave CaillebotteDass Montag ist, das müsste reichen.
Doch wenn es kommt, dann kommt es dick.
Es regnet schier zum Steinerweichen
den Häusern grade ins Genick.

Der Mond, der sich mit feisten Backen
noch gestern durch die Lüfte blies:
verhängt von schwammigen Schabracken,
die man am Tage Wolken hieß.

Die unwägbaren Wassermassen
versickern in der Erde Bauch.
Ich kann vor Trübsal mich nicht lassen.
Und Zahnweh hab ich schließlich auch.

Kein Stern, der freundlich lächelnd leuchtet.
Den Kosmos lässt der Globus kalt.
Die Hand, die blau dies Blatt befeuchtet,
sucht krampfhaft sich am Kuli Halt.

Da raunt der Himmel sein Orakel
der Wolke über mir direkt:
Ich schschicke ttropfige Ttentakel,
ich bbleibe bbleiern ggrau bbedeckt.

Ja, leer nur weiter wie aus Kübeln
mir aufs Gemüt dein trübes Nass:
Da hab ich Zeit, um nachzugrübeln,
warum ich grad den Montag hass.

Fettnäpfchen

Alles in ButterWenn mich nicht alles täuscht, o Mann,
hat nie so ‘n Becher wer besungen.
Ich habe lang mit mir gerungen:
Jetzt aber endlich nichts wie ran!

Der Becher also, der da steht –
wie kann man nur so schwach beginnen!
Da will er ja gleich Land gewinnen,
der Kunstfreund, der hier reingerät.

Der Becher, wie er würdevoll –
nun ja, hat reichlich Schmer geladen,
gibt wandelnd auf des Möllners Pfaden
ein Schalk vielleicht zu Protokoll.

Wenn träumend ich hinüberschau –
was glaubst du, was die Leser denken?
Dass im Begriff du bist zu schenken
dein Herzblut einer Superfrau.

O seines Deckels Kronengold –
hör auf, barockes Zeug zu schwätzen,
dass in der Luft dich nicht zerfetzen
die Leute, die dem Schwulst abhold!

Der Teufel hol die Schmiere dort –
nun komm, lass nicht die Butter büßen,
ringt noch auf wackeligen Füßen
die Muse mit dem Dichterwort.

Ein Fässchen, das mit Fett gefüllt –
was? Wolln wir, dass auf Wagnerweise,
Germaniens Wucht und Wehr zum Preise,
sich stabend Schweinerei enthüllt?

Ich streich mir schon seit Jahr und Tag –
soll das ’ne Reportage werden,
dass unser Leibwohl wir gefährden
mit dem beliebten Brotbelag?

Ich geb es auf. Das Zeug entzieht
sich meinen mäß‘gen Möglichkeiten.
Statt Versen, die wie Butter gleiten,
bringt doch nur Schmalz hervor mein Lied!

Ein persönliches Wort

Alte KücheO einz’ge Leserin, verehrte,
verzeih, dass neuerdings ich grad
mit seichten Träumen dich ernährte,
statt mit ‘nem Wort, das mehr privat!

Hast du nicht wieder längst Verlangen
nach meiner Küche kleiner Welt?
Den Töpfen und Gardinenstangen,
dem Docht, der meinen Tisch erhellt?

Wie konnte davon ich nur schweigen?
Sie ist mir selber doch so wert:
Oh, seid gegrüßt (den Kopf hier neigen),
Gestühl und Spüle, Uhr und Herd!

(Obwohl, ich will es nicht verhehlen,
ich die Vestalin doch vermiss,
mit heil’ger Flamme zu beseelen
das Loch in seiner Finsternis.)

Die Heizung brummt nach alter Weise
– der Kenner hört hier Goethe raus -,
und draußen in der Asphaltschneise
schnürn Autos ihren Pfad nach Haus.

Und ob ich meinen Wein noch schlürfe!
Wie immer auch, er inspiriert.
Kaum brauch ich so was wie Entwürfe –
der Text wird gleich so hingeschmiert.

Und auch der Kaktus, den vor Jahren
ich eingeschleppt im Handgepäck,
Erinnrung an die Balearen,
er kümmert noch am selben Fleck.

Der Toaster auch an gleicher Stelle,
das Radio am vertrauten Ort.
Und hätte ich ’ne Suppenkelle,
sie setzte diese Liste fort.

Die Waschmaschine gleicherweise
brummt vom gewohnten Platze her.
Sie dreht und tummelt sich im Kreise,
als ob sie nicht schon zwanzig wär.

Da sieh mich immer noch umgeben
von diesem Plunder, den man kennt,
Prothesen für ein Jammerleben,
das auch an Krücken immer rennt.

Ich lass mich nicht von ihnen täuschen,
scheint wandellos auch ihr Gesicht.
Selbst in den schönsten Rebenräuschen
vergess des Chronos Glas ich nicht.

Mein Lied, es soll darum erschallen
nur umso öfter heut und hier –
so wie im Herbst die Blätter fallen,
so Blatt auf Blatt auch mein Papier!