Wieder reisefertig

Da liegt er, voll bis an die Kante,
wie’s für ‘nen Koffer sich gehört
‘ner maskulinen Reisetante,
die auf den ganzen Plunder schwört.

Er wird aus allen Nähten platzen
(wo ist ‘ne Lücke für die Schuh‘?),
doch kann mich das nur wenig kratzen,
Hauptsache ist, er geht noch zu.

Nun lungert er in seiner Ecke
und plustert sich in einem fort,
weil er für eine gute Strecke
den nötigsten Bedarf an Bord.

Indes ich meine letzten Zeilen
noch in der alten Bleibe zieh,
der, ohne seine Lust zu teilen,
ich morgen für ‘ne Zeit entflieh.

Was aber treibt mich in die Ferne?
Ob dieser Trip sich wirklich lohnt?
Leuchten bengalisch da die Sterne,
durchglüht die Nacht ein blauer Mond?

Brennt da nicht auch in hohem Bogen
und stets in einer Richtung nur,
den Leib von Flammen überzogen,
die Sonne sich durch den Azur?

Und sind es nicht die gleichen Blüten,
verschwenderisch im Land verteilt,
die ängstlich das Geheimnis hüten
vom Leben, das nur kurz verweilt?

Um von den Gipfeln ganz zu schweigen,
die buckelig im Schulterschluss
nicht in wer weiß wie Höhen steigen,
dass Ehrfurcht man empfinden muss.

Doch wenn mit seiner feuchten Zunge
das Meer am nahen Strande leckt
und mit des Sturms gewalt’ger Lunge
dich nächtlich aus den Federn schreckt,

Kannst du den Unterschied erlauschen
von Regen, der aufs Pflaster schlägt,
und einer Brandung, deren Rauschen
ein einz’ges Donnern unentwegt!