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Theorie

VerfassimagesR5GBFWCYt man wirklich nur Gedichte,
fällt einem grade mal eins ein
(Zitat nach Fried)? In diesem Lichte
könnt niemals ich ein Dichter sein.

Entstehen wirklich nur Poeme,
wenn hundertfach man’s neu probiert
(So Rühmkorf)? Meinen Hut ich nähme
als nicht für Lyrik talentiert.

Erfordert Kunst, dass man sich schinde?
Braucht sie den seltnen Geistesblitz?
Ach was! „Ich suche nicht, ich finde“.
(Picasso). Ja, das ist der Witz!

Man hockt sich vor der Fläche nieder,
sei’s Leinwand oder Büttenblatt,
und, schwupp, da purzeln sie schon wieder
die Kreise, Striche, Schnörkel satt!

Ein Künstler kehrt mit leeren Händen
von seiner Muse nie zurück –
was er beginnt, wird er vollenden,
und war’s ein Anfang auf gut Glück.

Natürlich (doch in seltnen Fällen)
geht auch mal gar nichts: Hirn blockiert.
Muss er sich dann in Frage stellen?
Nein, reicht schon, wenn er dann pausiert.

Hast du die Kunst erst mal begriffen,
wird alles dir zum Diamant.
Erst Rohling, dann kurz nachgeschliffen –
und schon ein Meisterwerk: Brillant!

Doch müssen Dichter sich nicht schleichen
wie Cardillac zur Missetat:
Sie können leicht ihn weiterreichen –
er ist Legion, nicht Unikat.

Ausschau

WieimagesCTY899D4 gern ich einst nach draußen schaute,
die Ärmchen auf der Fensterbank,
und dieses Große, Lange, Laute,
die Straße mir zu Füßen sank.

Aus hoher Warte sie zu sehen,
nahm, was bedrohlich, ihr bereits:
Das Aug’ konnt auf Safari gehen
für jeden unbekannten Reiz.

Und mit des Kinds naivem Staunen
begaffte ich dies weite Feld,
als wär’s mit Alben und Alraunen
und nicht mit Stein und Staub bestellt.

Ob Laster, Roller, Lieferwagen,
ich folgt ihm lange mit dem Blick,
bis schließlich ihn davongetragen
der rätselhafte Straßenknick.

Und dann, der alles weichen musste,
weil fest in ihrem Gleis sie fuhr,
die Straßenbahn, die selbstbewusste,
die frei sich klingelt ihre Spur!

Und all die wandelnden Gestalten,
wie putzig nahmen sie sich aus,
die, wusste ich, für Große galten,
und winzig waren wie ‘ne Maus!

Auch was sie an Geschäften trieben,
die Leute rings erfuhr ich so,
es war ja an die Wand geschrieben:
Konditor, Krämer, Figaro.

Doch wo mag das Geheimnis liegen
‘ner Straße, deren Lärm verklang,
wenn sich nicht grad den Hals verbiegen
so Lütte voller Wissensdrang?

Da drüben auf der andern Seite
seh oft im bleichen Dämmerlicht
geduckt in eine Fensterbreite
ein stummes Frauenangesicht.

Was mag sie an die Brüstung locken?
Ihr Mann vielleicht, der wie bewährt
zu dieser Zeit trotz Stau und Stocken
vom Arbeitsplatz nach Hause kehrt?

Vielleicht. Man kann es ja nicht wissen.
Meist sind die Dinge so banal.
Doch hat in dem Fall angebissen
längst meine Fantasie nun mal.

Wie kann man nur so kläglich kauern,
so unscheinbar und wesenlos,
als läg auf diesen dunklen Mauern
noch dunkler sie, ein Schatten bloß!

Mir gleicht sie einer Haremsdame,
die ihrer Haft sich still empört
und traurig stiert auf die infame,
die Welt, die ihren Schrei nicht hört.

Ach, wie wir immer noch durchstreifen
bewundernd manches Maurenschloss,
dass tausend Schnörkel uns ergreifen,
doch eine Träne nicht, die floss!

Schon wieder

SchonimagesKDX9TI7K wieder steht die Nachtkulisse.
Der Mond, die Sterne treten auf.
Die Stadt versinkt ins Ungewisse.
Das alte Stück nimmt seinen Lauf.

Die Straße gibt die stumme Rolle
mit nicht mal flüsterndem Asphalt.
Kein Lüftchen kriegt sich in die Wolle
mit Wipfelgrün im Schilderwald.

Kein Absatz hallt noch auf vom Pflaster.
Der Ambulanz reicht Blaulicht schon.
Es ruhen die Millionen Laster
im Schoße ihrer Spedition.

Die Vögel haben sich verzogen
und pfeifen auf ihr muntres Lied.
Ich streiche den papiernen Bogen,
dem ebenfalls kein Pieps entflieht.

Und dabei soll man ruhig bleiben?
O dass uns bloß kein Unheil droh!
Ich stiere durch die Fensterscheiben
nach einem Lebenszeichen wo.

Da! Aus des Glases tiefstem Grunde
beäugt mich doch ein Konterfei!
O Mensch, zu dieser späten Stunde
Garant mir hellster Freude sei!

Er lächelt her, mit mir zu teilen,
was meine Miene ihm verrät,
und, seltsam, ohne zu verweilen,
auch sonst mit allem mit mir geht!

So äffisch musst du es nicht treiben!
Mach einer sich ‘nen Reim darauf.
Jetzt fängt er gar noch an zu schreiben –
und schaut, genau wie ich, nun auf!

Ach, irgendwie ist die Visage
mir schon mal übern Weg gerannt.
Mal sehn … o Gott, nein, die Blamage!
Ich hab mich selber nicht erkannt!

Mein Spiegelbild im Küchenfenster –
ein schöner Überraschungsgast!
Bevor ich künftig seh Gespenster:
Erst an die eigne Nas’ gefasst!

Und dennoch will es mir so scheinen,
als ob da noch ein andrer wär.
Die Stille, drückend schon für einen,
die Stille wiegt nun doppelt schwer.

Nach langer Zeit

NachimagesHPLW0EVP langer Zeit ein Lebenszeichen
für dich, o Les’rin, exklusiv –
zur besten Zeit der Fernsehleichen
die Muse mich zur Feder rief.

Ein Ruf, dem gern ich Folge leiste,
nicht nur, weil Krimis mir egal,
nein, auch weil mir im Sinn schon kreiste
der Wunsch, ich schreib dir wieder mal.

Was also kann ich dir berichten?
Erwarte bitte nicht zu viel.
Ich komm dir hier nicht mit Geschichten
voll Schicksal im Balladenstil.

Mein Dasein gibt in kleinren Formen
weit besser dir sein Konterfei.
Es fällt nicht aus den Alltagsnormen,
dass heldenhaft sein Tenor sei.

Beschaulich fließen meine Tage
(doch drum nicht minder rasch) dahin –
ein Grund, dass ich die Lyra schlage
und mit dem Klang zufrieden bin.

Indes erquickt mich die Oase
der Kunst in diesen Wüstenein.
Ich bohr mir Verse aus der Nase
wie einen Quell aus Felsgestein

Und lass zum Paradies erblühen
die Küche, dass sie nur so strotzt
von Früchten, die mit vielen Mühen
der Dürre rings ich abgetrotzt.

Ich meine die der geist’gen Sorte,
doch fehlt’s auch an profanen nicht:
Rosé, den ich im Kühlschrank horte,
und Tapas als mein Leibgericht.

Da kau ich grade weiße Bohnen,
in rote Tunke eingelegt,
wie sie schon Hellas’ Jungschwadronen
zum Agon weiland angeregt.

Du siehst, es hat sich nichts geändert,
seit meinen letzten „Brief“ ich schrieb.
Mein Leben, tja, es schlurft und schlendert
so unschuldsvoll wie ‘n Eierdieb.

Dir aber kann ich es bekennen,
versuch’s nicht mit dem „weißen Fuß“:
Oft wünschte ich, es möchte rennen.
Vor Glück. Vor Schrecken. Besten Gruß!

Fehlurteil

diogenesAls ob sie immer schrieben, schrieben
mit schwammig schwielenloser Hand,
von ihrer Leidenschaft getrieben,
so sengend wie ein Steppenbrand.

Um unentwegt zu fabrizieren
Kleinod(i)en von erlesnem Glanz
(oder, Herrn Müller zu zitieren:
Gedichte und so ‘n Firlefanz.)

Und andres würde sie nicht scheren
als die erhabene Mission,
ihm ständig Verse zu verehren,
dem Künstler auf dem Götterthron.

(Apoll.) Ein Vorurteil! Poeten
(ich habe selbst mich informiert)
verschmähen durchaus diesen steten
Schreibfluss als manisch-antiquiert.

Sie widmen sich auch andern Dingen –
Musik, Theater, Malerei,
und machen so vom vielen Singen
sich ab und zu die Birne frei.

(Viel weiter gehen die Int’ressen,
ich habe mich hier sehr beschränkt:
Gar mancher hat ans Zähln und Messen
sein Herz mit Inbrunst auch gehängt.)

Doch mehr als diese Mußefüller
beschäftigen den Lyricus
Probleme, wie sie auch Herr Müller
in seinem Alltag wuppen muss.

Falls er zum Beispiel nicht vom Schreiben
gerad sein Dasein fristen kann,
muss er noch ein Gewerbe treiben,
dass es ernähre seinen Mann.

Und darf er das mit Links mal eben
erled’gen, da im Kopf schon schwirrn
Gedanken wie: nach Hause streben,
das Flügelross zum Fluge schirrn?

Natürlich nicht. Nur volle Pulle
ist er dem Brötchengeber lieb,
sonst holt der aus der Lohnschatulle
statt Knete ‘nen Entlassungsschrieb.

Und wie sieht’s aus im Heim, im trauten?
Besorgen Götter da den Putz?
Befrein die Ecken, die versauten,
vom ständig wiederkehr’nden Schmutz?

Wie sieht es aus mit Essenkochen,
mit Abwasch, Bügeln, Knopfannähn?
Wie, wenn ein Haken abgebrochen,
‘ne Schraube in die Wand zu drehn?

Wird er ‘s entrüstet von sich weisen,
weil’s gegen seine Ehre geht?
„Um Höhres muss mein Dasein kreisen –
bin kein Faktotum, bin Poet!“

Ach was! Er wird sein Bestes geben,
dass er im Alltag sich bewährt.
Da, weiß er, spielt das wahre Leben –
vom dem auch seine Kunst sich nährt.

Nun, Les’rin, muss ich aber schließen,
der Haushalt fordert seine Pflicht.
‘s ist Dienstag, also Blumengießen –
ich hör sie schon: Vergissmeinnicht!

Da steigt er

mondDa steigt er lautlos auf die Dächer,
als wär er auf ‘ner Diebestour,
doch, tödlich für Gesetzesbrecher:
Beleuchtet seine Kletterspur!

Ich red vom Mond. Der schwebt da grade
mit seinem Lampionsgesicht
gemächlich über die Fassade,
als scherte ihn Entdeckung nicht.

Trotz seiner vorgerückten Jahre
wirkt er gelenkig und agil,
dass er beim Fitness-Seminare
gewiss nicht durch die Prüfung fiel.

Ihr hättet ihn mal sehen sollen,
wie er die Nase erst gereckt
da übern First und dann geschwollen
zu voller Größe ist – Respekt!

Das alles ist so schnell gegangen
wie bei der Sonne, wenn es tagt.
So einer, ne, lässt sich nicht fangen,
und wenn die ganze Welt ihn jagt.

Und wie ich dieses nun so schreibe
(was länger dauert, als ihr denkt),
hat unsre dubiose Scheibe
zum Abstieg sich auch schon gesenkt.

Was sie nun wirklich da getrieben,
es ist mir, ehrlich, schleierhaft,
man sieht ja nicht, wie sonst bei Dieben,
was sie an Sore aufgerafft.

Das muss an diesem Lichte liegen,
am blendenden und seiner Flut,
dass wir nicht einen Schimmer kriegen
von dem, was sich dahinter tut.

Die Dächer liegen wieder dunkel,
doch drüber, anders als vorher,
am ganzen Himmel Sterngefunkel,
als ob er voller Brillis wär.

Ach, darum also ging’s beim Stehlen!
Jetzt fällt es mir auch wieder ein:
Man sieht ja niemals Sternjuwelen
grad rund um diesen Mondenschein!

Das muss dem Nachtschwärmer man lassen,
so ausgebufft wohl keiner ist.
Er klaut die Klunker nicht in Massen,
nur so, dass man sie nicht vermisst.

Denn immer noch genügend bleiben,
uns Sternenspanner zu erfreun,
heißt: die Astronomie wir treiben,
heißt: Dichter, die das Licht wir scheun.

O Montag

O Montag, Montag! Regenschauermontage
umflorten stets dein Angesicht,
die Welt entfärbend grämlich grauer,
als deiner Wahrheit es entspricht.

Warum bist in den Ruf geraten
von allen Tagen du allein,
der sieben Schwestern Satansbraten,
der Woche schwarzes Schaf zu sein?

Nur weil nach diesem Sonntagskinde
als Erstes dich die Zeit gebar
und alles rümpft und raunt: Ich finde,
dass Letzteres mir lieber war?

Es ist mir selbst ja so gegangen,
voll Unlust sah ich stets dich nahn,
mit einem unbestimmten Bangen
wie vor der Schreckgestalt des Pan.

Seitdem indessen ich in Rente,
seh ich’s mit andern Augen an:
Kein einz’ger Tag besitzt Patente,
mit denen er sich brüsten kann.

Die Zeit, ein Fließen und ein Fliehen,
das nimmer stockt und nimmer steht,
wie könnt man sie auf Schnüre ziehen,
dass sie im Takt der Knoten geht?

Wenn ihr nur durch die Arbeitsbrille
der Woche Auf und Ab gewahrt,
dann ist er wohl ‘ne bittre Pille,
der Montag, der Malochestart!

Doch seid ihr raus aus dieser Mühle,
wollt Gott, es dauert nicht mehr lang!,
dann fühlt, was ich nun montags fühle:
des alten Mythos Abgesang!

Dämmerung

daemmerungNoch ist der alte Häuserhaufen,
den ich vom Küchenfenster seh,
gut mit den Augen abzulaufen –
vom Fuße bis zum Dach juchhe.

Und quer bis an die Straßenecken,
die diesem Putz- und Klinkerblock
die asphaltierten Grenzen stecken,
ihn säumen, wie es heißt beim Rock.

Doch wird es nicht mehr lange dauern,
bis dieses bleiche Dämmerlicht
sich von den Wangen löst der Mauern –
und dann ade, du schöne Sicht!

So, damit hab ich euch verklickert,
wann unsereiner dieses schreibt:
Da Wein mir in die Kehle sickert
und Pegasus sein Wesen treibt.

Und „dies vorausgeschickt“ (hier mache
zunutz ich mir den Schriftverkehr
des Parlaments) komm ich zur Sache:
Kein Schweiß seit heute Morgen mehr!

Damit will dunkel ich bedeuten:
Die Temp’ratur fiel spürbar ab –
kein Sturz, kein Grund zum Glockenläuten,
ein Stolpern nur, doch nicht zu knapp.

Die Stirn, die biete ich dem Winde,
den Hals, der endlich nicht mehr spürt
den Kragen, der als feuchte Rinde
wie einen Stamm ihn eingeschnürt.

„Durchatmen“ heißt jetzt die Parole,
wer weiß, wie lange es so bleibt.
‘s ist Juli erst, und reichlich Kohle
hat Helios sich einverleibt!

Grad weil dem Frieden nicht zu trauen,
genieße ich den Status quo.
Die Welt mit kühlem Kopfe schauen
macht richtig unternehmungsfroh.

Schnell weg von dieser Reim-Routine!
Mit einem Satz bin ich im Schuh.
Der kaltgestellten Windmaschine
werf einen letzten Blick ich zu.

Ausklang

Deimages61HXQARMs Tages letzte Phase.
Es reckt der Flaschenhals
sich vor des Schreibers Nase
mit Rebsaft aus der Pfalz.

Wie neulich der aus Baden
ein trockenes Getropf.
So’n Gläschen kann nicht schaden
und macht auch keinen Kopf.

Heut nur nicht mir zur Rechten
das traute Kerzenlicht.
In diesen weißen Nächten
erhellt sein Flämmchen nicht.

Leicht tänzelt die Gardine
wie’n Rennpferd vor dem Start.
Das macht die Windmaschine,
die’s Schweißtuch mir erspart.

Die Straßen ruhn und rasten.
Das Staatsschiff liegt am Pier.
Nur Tauben, die noch hasten
durchs Ziegelfelsrevier.

Am Himmel kein Gefunkel,
kein traurig trüber Mond.
Sein majestätisch Dunkel
schwer auf den Dächern thront.

Gespenstisch liegt die Stille
um Wipfel, Mast und Haus,
wie ein gewalt’ger Wille,
der Böses brütet aus.

Ihr kommt nur in die Quere
ein Horn gelegentlich,
vor dessen Miserere
der Satan selbst entwich.

So ist nach tät’gem Leben,
das mancherlei vollbracht,
ihm schließlich Ruh gegeben,
dem Tag in Grabesnacht.

Da habt ihr auch die Stunde,
da ihr aktiv mich seht,
dass, Mausohr, ich zum Munde
der keuschen Muse red.

Doch ob sie mir gewähren
wird den finalen Kuss,
mit dem zu Dichterehren
ich endlich steigen muss?

Heut Abend will ich’s wissen,
ich heiz ihr tüchtig ein
mit lyr’schen Leckerbissen –
so krieg ich sie schon klein.

Dann noch auf Echo hoffen,
durch die die Gottheit spricht:
Pornossos stoht dir offen (?) –
wär nur dies Nuscheln nicht!

Der schöne Tag

sonnenuntergangDer schöne Tag, so strahlend blau,
er muss dem Abend weichen.
Schon geht gebeugt die Sonnenfrau.
Wie ihre Wangen bleichen!

Durchs Fenster weht ein Lüftchen rein,
lässt seine Kühle spüren.
Der Straßenlärm, er macht sich klein,
der Schlag der Autotüren.

Der sonst mit tausend Fingern fährt
durchs Blattwerk der Platanen,
der Wind hat seine Kraft verzehrt.
Das Laub hängt schlaff wie Fahnen.

Fassade, Dach et cetera
beginnen schon zu dunkeln.
Als erste Sterne hier und da
die Stubenlichter funkeln.

Da mählich so ein Tag verraucht
in Dämmer und in Schatten,
was Wunder, wenn’s wie Wehmut taucht
aus Seelen-Kasematten!

Es ist die Stunde, da das Herz
in Liedern will erklingen,
balkon- und paradieseswärts
ein Ständchen ihr zu bringen

Die selig an dem Gitter lauscht
den Seufzern, die ihr gelten,
und von den Tönen wie berauscht
versinkt in Liebeswelten.

Doch Trugbild alles, nur ein Traum!
Kein Liebchen wo zu sichten.
Die Laute fault im Kellerraum.
Romantik? Nur beim Dichten.

Der Tag, er wandert in die Nacht
ganz leise, ohne Lieder.
Die Sterne, die zur Glut entfacht,
schaun schweigend auf mich nieder.