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Auf Schusters Rappen

Man neigt dazu, sie zu belächeln,
die sangesfrohen Wandersleut,
die lustig durch die Lande hecheln
bei Lerchenschlag und Kirchgeläut.

Zu anno Tobak gang und gebe,
Romantik ihre Blütezeit:
Gottes Natur, die schöne, lebe,
o Täler und o Höhen weit!

Der Sonne möglichst gleich entgegen
im Glanz der frühen Morgenstund,
und bis zur Dämmrung auf den Wegen
lief mancher sich die Hacken wund.

Am Rücken schwankte die Gitarre
im Rhythmus ihres Eigners mit,
dass sie auf ihren Einsatz harre –
pro Meile einmal so im Schnitt.

Dann hieß es in die Saiten greifen
zu ein, zwei hübschen Weisen nur,
und schon beseelte Töne schweifen
wie Vögel über Wald und Flur.

Wie schnell sind, ach, sie doch verklungen,
hat sich verlorn der Kehle Drang,
und was als Jubellied gesungen,
war eher wohl ein Abgesang.

Wenn heut die Wanderschuh wir schnüren,
begehn wir alte Pfade nicht;
ein krasser Wandel ist zu spüren,
der schmerzlich in die Seele sticht.

Denn blitzend blanke Schienenstränge
zerschneiden jetzt den Wiesengrund,
und eines Zuges schwellnde Klänge
die Ohrn betäuben Stund um Stund.

Die Blicke, die ins Weite drängen,
bis sie den Horizont erfasst,
sie bleiben in den Drähten hängen
von irgendeinem Spannungsmast.

Um ganz zu schweigen von den Pisten,
die kreuz und quer ins Holz gehaun,
damit die Automobilisten
viel, viel, viel Landschaft anzuschaun.

Ja, sogar überm Wolkenmeere
hat‘s längst schon seine liebe Not;
da steuert seine luft’ge Fähre
schon mancher schneidige Pilot.

Idylle, die in alten Tagen
den Stromer noch begeistert hat,
ist überall zu Grab getragen
mit Dampf, PS und Kilowatt.

Die Wanderlust ist nicht vergangen,
hat Stock und Hut nur abgelegt,
um möglichst schnell wo anzulangen
und ohne, dass man sich bewegt.

Schon absehbar die nächste Phase –
das inklusive Couch-Modell.
Man düst, den Gucker auf der Nase,
rund um den Globus, virtuell.

Das käme nicht mal ungebeten,
ist es ein schöner Schein auch nur:
Mit Füßen nicht mehr so getreten,
erwachte lächelnd die Natur.

Ein kleines Wunder

Es wär ihm schier das Herz zersprungen,
die Haare hätt er sich zerzaust,
hätt unsre Weisheit wer gesungen
dem guten alten Doktor Faust!

Ist es denn nicht sein Wunsch gewesen,
„dass ich erkenne, was die Welt“,
in keinem Wälzer nachzulesen,
„im Innersten zusammenhält“?

Mit diesem unbändigen Willen
durchkreuzte er den Erdenkreis
und machte, seinen Durst zu stillen,
dem Teufel selbst die Hölle heiß.

Der schickte ihn auf vielen Stiegen
bis an die höchsten Himmelstürn,
doch schien ihm nichts daran zu liegen,
ihn auch ins Kleinste einzuführn.

Kein Wunder, dass der Typ gescheitert
mit seinem kühnen Höhenflug.
Viel später erst hat man erweitert
die Forschung auch um diesen Zug.

Und einen Kosmos sich erschlossen,
in dem nichts fest und dauernd schien,
der doch das Fundament gegossen
für eine Welt von Galaxien.

Atome, winzige Gebilde,
Trabanten kreisend um den Kern
so wie im himmlischen Gefilde
Planeten um den Mutterstern.

Doch dieser Kern lässt sich noch spalten,
wird erst zur Gänze kohärent,
wenn jeweils drei zusammenhalten
von achtzehn Quarks, wie man sie nennt.

Aus solchem feinen Teilchenflaume,
von ein paar Kräften nur belebt,
ist bis zu seinem letzten Saume
des Universums Stoff gewebt.

Und staunend müssen wir erkennen,
dass selbst der Sterne Majestät,
die blitzend in den Nächten brennen,
auf diesen schwachen Füßen steht.

Auch die lebend’gen Kreaturen,
die aus der Steine Schlaf erwacht,
verfolgt man rückwärts ihre Spuren,
sind aus dem luft’gen Zeug gemacht.

Nur dass bei ihnen dies Gewebe
zusammenfällt nach kurzer Frist,
weil die perfekte Kosmosklebe
für Leiber nicht geeignet ist.

Doch in ‘ner Gruppe von Gestalten
vermochte sich im Lauf der Zeit
das Hirn zum Geiste zu entfalten,
der ihnen manchen Vorteil leiht.

Er hilft, die Umwelt zu begreifen
mit ständig wachsendem Verstand
und jene Felle abzustreifen,
in die die Väter sie gebannt.

Der ist dem gleichen Quell entsprungen
wie die Materie, die ihn trägt,
doch weitaus feiner noch gelungen,
dass mehr er nach den Teilchen schlägt.

Es ist, als wäre er geboren
als jener Urwelt letztes Glied,
die sich mit tausend Detektoren
nun endlich selbst im Spiegel sieht.

Grundsätzlich gleich

Bist du als Untertan geboren,
ist Zahlen erste Bürgerpflicht,
der Fiskus packt dich bei den Ohren,
berappst du deine Steuern nicht.

Auch sonst kannst du dich nicht entfalten
so, wie es in den Kram dir passt,
musst dich an die Gesetze halten,
dass deren Arm dich nicht erfasst.

Denn mit gebieterischer Strenge
verfolgt die kleinste Missetat,
dass ständig Bußen er verhänge,
der selbsternannte Tugendstaat.

Und damit keines der Subjekte,
sei noch so mächtig es und reich,
sich drücken kann vor der Kollekte,
sind alle Untertanen gleich.

So in des Staates heil’gen Schriften,
speziell im Buche „Grundgesetz“,
die den formalen Rahmen stiften
fürs Rechte- und fürs Pflichtennetz.

Doch weiß man nicht seit ew’gen Zeiten,
dass viel Geduld Papier besitzt
und keine Lust, zu widerstreiten
der Tinte, die man drüberspritzt?

Da gibt es immer mal Personen,
die finden eine Hintertür
und glücklich schiffen mit Millionen
um diese läst’ge Zwangsgebühr.

So jüngst ein echter König wieder,
ein abgedanktes Oberhaupt,
der, die Fassade brav und bieder,
gerafft dahinter und geraubt.

Die Sache ist zwar aufgeflogen,
doch noch nicht vor Gericht gebracht.
Jetzt ist der Gute, ätsch, verzogen,
das heißt, hat sich davongemacht.

Natürlich mit gefüllten Taschen,
dass er versüße sich‘s Exil,
wo ihn die Büttel nicht mehr haschen –
sofern denn jemals dies ihr Ziel.

Ein Einzelfall? Durchaus nicht, leider.
Von der Begierde angehaucht,
ist mancher Staatschef aus dem Schneider,
der hier und da sein Amt missbraucht.

Das sind durchweg die Potentaten,
die mit dem Knüppel auch regiern,
bereit, zur Not in Blut zu waten,
wenn ihre Völker demonstriern.

Wie lässt das Manko sich beheben,
damit als Null du nicht geprellt?
Komm einfach doch im nächsten Leben
als große Nummer auf die Welt!

Schattenspender

Kam ich vom Regen in die Traufe,
als ich des Südens Sonne floh,
dass in ‘nem Klima ich verschnaufe
mit tiefrem Temp’raturniveaau?

Die Hitze hat mich fortgetrieben,
weil sie da meist mehr Feuer hat,
und wiederum mich eingeschrieben
ins Gästebuch der Hansestadt.

Doch dies Kalkül, ist’s aufgegangen?
Die Tage hier sind ähnlich heiß.
An allen Ecken sieht man Schlangen
am Kiosk für Zitroneneis.

Und kein Gewitter, Donnergrollen.
Nach Kühlung lechzend Herr und Hund.
Soll ich mich deshalb wieder trollen,
weil die Geschichte mir zu bunt?

Käm mir im Traum nicht, der Gedanke.
Ein Vorteil, den ich nicht verkenn –
fast keine ungeschützte Flanke,
wo ich mir gleich den Keks verbrenn.

Die Ahorn- und die Eichenbäume,
sie spreizen sich im Blätterputz
und liefern über weite Räume
den allerbesten Sonnenschutz.

Muss ich mal raus, um was zu kaufen,
mach ich schon vorab meinen Schnitt –
kann überall im Schatten laufen:
Da kommen keine Palmen mit!

Heilfasten

Wie diese Bilder sich doch gleichen,
egal an welchem Erdenfleck:
Asketen, die der Welt entweichen
und ihrem niedren Lebenszweck.

Hier schließt sich in die karge Zelle
des Klosters ein der fromme Christ,
dass leidend er auf alle Fälle
dem Heiland schon mal ähnlich ist.

Und will mit stetem Schuldbekennen
und Fußfall vor dem höchsten Thron,
denselben Tag und Nacht berennen,
bis zum verdienten Himmelslohn.

Das ist ein ewiges Kasteien
und Flennen für die Trinität,
dass selbst es den geduld’gen dreien
womöglich auf den Zeiger geht.

Doch auch in anderen Regionen,
wo andre Götter man verehrt,
sieht manchen Heiligen man wohnen
in einer Hütte schlecht genährt.

Auch diesen der Erlösungswille
Beschwerlichkeit ertragen hieß
und macht ihm seiner Klause Stille
zum Vorgeschmack aufs Paradies.

Dass solche Praktiken was taugen,
erscheint mir ziemlich zweifelhaft.
Haben die Götter tausend Augen
und Ohrn mit Unterscheidungskraft?

Oder schon technische Verfahren
von derart überird’schem Stand,
dass ganze fromme Völkerscharen
persönlich in Datei‘n gebannt?

Aus obsoleten Geisteswaffen
ein glatter Fehlschuss allerdings:
Der diese ganze Welt geschaffen
mach alles andre auch mit links.

So wiegt man sich denn in dem Wahne,
dass der gewalt’ge Himmelsfürst
mit dem geringsten Untertane
nach ‘nem intimen Plausche dürst.

In Wirklichkeit sind die Gebete
ja bloße Monologe nur,
auf die durch irgendwelche Drähte
noch niemand ein Feedback erfuhr.

Und wem da scheinbar Stimmen klingen
aus seiner tiefsten Seele her,
wird keine Antwort doch erringen.
die nicht sein eignes Wünschen wär.

Kurz, wer sich diesem Weg verschrieben
vom Erdenstaub ins ew’ge Licht,
ist lebenslang wohl blind geblieben –
und selig in der Zuversicht.

In Windeseile

Der Wanderer in alten Zeiten,
die Beine bloß als Antriebskraft,
mocht noch so wacker er auch schreiten,
hat wenig Meilen nur geschafft.

Und wenn er in die Welt gezogen,
wie’s stolz in seinem Liede hieß,
ist meist er nur ums Eck gebogen,
wo gleich er auf die Fremde stieß.

Die aber größre Strecken gingen
taten’s der Landschaft nicht zulieb –
Scholarenvolk vor allen Dingen,
das es zu neuen Studien trieb.

Dazu noch, einzeln und in Scharen,
zu büßen oder bitten nur,
mit Stock und Hut oft zu gewahren
die Gläubigen auf Pilgertour.

Der Schuster blieb bei seinem Leisten,
den Bauern hielt die Scholle fest,
und bestenfalls die Fürsten reisten
und kamen mal aus ihrem Nest.

Den meisten war nur vom Erzählen
die große, weite Welt bekannt –
so barg man in den schlichten Seelen
ihr Bild allein aus zweiter Hand.

Wer hätte es sich träumen lassen,
dass einst sich in die Luft erhebt
der Höker mit dem Hintersassen
und über allen Wolken schwebt?

Und statt sich über Land zu schinden
in Tagen, Wochen der Tortur,
das fernste Ziel erreicht auf Winden
in einer Handvoll Stunden nur?

Man möchte heute nicht mehr missen,
dass so bequem und rasch man reist,
und macht sich selten ein Gewissen,
was das für unsre Umwelt heißt.

Doch wie wir schmerzlich grad erfahren,
kommt es auch sonst wie zum Konflikt,
wenn täglich Menschen man und Waren
in Massen um den Globus schickt.

Nicht jeder dieser Passagiere
bezahlt für Service und für Sprit.
Ganz ohne Piepen und Papiere
fliegt heimlich auch das Virus mit.

Virus-Leugner

Schon wollt ich es ad acta legen,
dies Thema namens Pandemie,
dass den viralen Schicksalsschlägen
ich lyrisch einmal mich entzieh.

Hat ja auch ganz so ausgesehen,
als wär man endlich übern Berg
und könnte eine Nase drehen
dem giftigen Schmarotzerzwerg.

Doch hat man auch in diesem Falle
die Rechnung ohne Wirt gemacht.
Von wegen nur noch Pillepalle –
er rüstet sich zur nächsten Schlacht!

Seitdem man ihm nicht mehr entschlossen
auf breiter Front entgegentritt,
ist er erneut ins Kraut geschossen
und seine Fieberkurve mit.

Was sind das bloß für Spießgesellen,
die machen’s jedem Gegner leicht:
Die Pike in die Ecke stellen,
wenn er auch nur ein Schrittchen weicht.

Man widmet gern sich dem Vergnügen
und bürstet gegen den Verstand;
Ich, ich, ich, ich in vollen Zügen
vom Kleinhirn an den Bauch gesandt.

Gefahren werden abgestritten,
solang sie nicht am Leib zu spürn,
man tanzt auf ‘nem Vulkan inmitten
von Freuden, die das Feuer schürn.

Und fühlt sich noch dazu berufen,
verbittert seine Faust zu balln,
um denen, die mehr Schutz uns schufen,
mit Demos in den Arm zu falln.

Versuch mal, wen zu überzeugen,
der sich in einen Wahn verrannt
und ‘s ablehnt, Regeln sich zu beugen,
die größres Unheil schon gebannt!

Nun, so ein Trupp maroder Denker
lässt sich noch halbwegs kontrolliern.
Doch wie ‘ne Handvoll Staatenlenker,
die ganze Völker infiziern?

Schreibsport

In nacktem Weiß mir untern Händen
erneut ein unbeschriebnes Blatt,
das mit des Kulis Blau zu schänden,
die Muse keine Skrupel hat.

Ich führe also meinen Schreiber
mit permanentem Zeilenzwang
nicht anders als ein Eseltreiber
den Grauen seinen Pfad entlang.

Der trägt indes auf seinem Rücken
die Last für ‘ne geraume Zeit
und spürt sie auf sein Kreuz noch drücken,
bis ihn der Stall davon befreit.

Mir aber liegt nichts auf dem Nacken,
was um ein Gramm mich nur beschwert;
hab ja nur Lyrik einzusacken,
die längst schon ihr Gewicht entbehrt.

Drum immer munter fortgeschritten
auf meinem „vorgeschriebnen“ Weg;
was brauch ich raue Treibersitten,
dass mächtig ich ins Zeug mich leg?

Das kann natürlich daran hängen,
dass mich ein Gen hat programmiert
und neben allen andern Zwängen
mich auch mit Dichtung infiziert.

Doch mag es ein Geheimnis bleiben,
es ändert nichts am Sachverhalt –
mich reimend an der Welt zu reiben,
treibt mich mein Daimon mit Gewalt.

Ich setze schon seit vielen Jahren
auf die bewährte Therapie,
die Lebenslust mir zu bewahren,
wie andere auf Wasserski.

Mich ziehn die Musen an der Leine,
dass ich durchpflüg das stille Weiß.
Und Stürze gibt es dabei keine.
Solang ich mich am Riemen reiß.

 

Aufgestört

Man fühlt sich immer angesprochen,
sobald das Telefon ertönt –
doch Mitternacht ist angebrochen
und jede Störung mir verpönt.

Es muss sich um ‘nen Notfall handeln,
ich kann’s mir anders nicht erklärn;
jetzt noch mit jemand anzubandeln,
läg selbst ‘ner Quasselstrippe fern.

Darum nicht einfach ignorieren,
woran als Erstes ich gedacht.
‘s ist ja die hohe Zeit der Viren –
wer weiß, bei wem sie Halt gemacht!

Mein Geist indessen, alt und träge,
mahlt langsam nur an dem Entschluss,
dass er die späten Glockenschläge
zunächst bis 10 noch zählen muss.

Dann scheint es sogar ihm zu reichen,
und endlich kommt er nun auf Trab
und nimmt beim nächsten Klingelzeichen
erwartungsvoll den Hörer ab.

Am andern Ende Grabesstille.
Zu spät. Schon wieder aufgelegt.
Was nützt mir da der beste Wille,
wenn sich mein Hintern nicht bewegt!

Am nächsten Tag noch mal das Ganze,
und diesmal war ich schneller dran.
Doch zu dem gleichen Totentanze –
der Zeit, wie schweigend sie verrann.

Will jemand sich ‘nen Scherz erlauben,
ein Witzbold oder Tunichtgut,
um mir den ersten Schlaf zu rauben,
vielleicht mit Alkohol im Blut?

Ich schildre meinem guten Engel
zuletzt das stumme Tête-à-Tête,
nicht ohne einen Schuss Gequengel,
wie sehr mir’s auf den Zeiger geht.

Doch Mitleid dieser lässt vermissen
und Schelte für den Störenfried,
mich durch die Blume aber wissen,
dass ich ein Depp auf dem Gebiet.

Es will kein Schwein mich da erschrecken
mit Schüben nächtlichen Radaus:
Die Uhr steht einfach nur auf „Wecken“ –
ein Click, und die Funktion ist aus!

Politik, umtriebig

Sie sind so fleißig wie die Bienen,
schwirrn täglich ohne Rast und Ruh
in ihren flotten Limousinen
unzähligen Terminen zu.

Dabei sind sie nicht ortsgebunden,
auch das macht sie den Brummern gleich –
sie drehen ständig ihre Runden
im größten Kompetenzbereich.

Und welchen Nektar sie wohl saugen
aus diesen Flügen jedes Mal?
Die Heimgesuchten bestens taugen
als Stimmen für die nächste Wahl!

Das nehmen an behaarten Beinen
als Manna sie nach Hause mit –
sich selbst und ihren Ortsvereinen
als süße Aussicht auf Profit.

Doch ist dabei für alle andern,
die’s bis zum Staatsmann nicht geschafft,
dies Über-Wald-und-Wiesen-Wandern
denn irgendwie auch vorteilhaft?

Heißt: Selbst wenn sich die Brüder sträuben,
zu teiln die Beute allgemein,
müssten sie dennoch nicht bestäuben
die Welt zu Wachsen und Gedeihn?

Ach, nichts von solcherlei Effekten,
soweit ich seh der Dinge Lauf,
und den Vergleich mit den Insekten
geb ich hier notgedrungen auf.

Es ist ja stets die gleiche Masche,
mit der das Volk man hintergeht:
Den Reibach in die eigne Tasche,
da jenem man ‘ne Nase dreht.

‘ne Profession, die sich von Lügen
und windigen Versprechen nährt
und bei den üppigsten Bezügen
nicht einen roten Heller wert.

Ihr meint, das sei wohl überzogen,
ihr Wirken vielfach auch Gewinn?
Hab’s aus den Fingern nicht gesogen,
schaut doch noch mal genauer hin!

Wer stellt politisch denn die Weichen
in unserm Land und anderswo?
Die mühsam sich die Macht erschleichen
in Poll, Partei, Politbüro.

Danach: Hansdampf in allen Gassen.
Geschäftig alle durch die Bank.
Und was sie dafür hinterlassen?
Patientin Erde, sterbenskrank.